Richard Wagners „Götterdämmerung“, Zusammenfassung
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Das Musikdrama „Götterdämmerung“ wurde von Richard Wagner zwischen 1848 und 1874 komponiert. Die Oper bildet den Schlussakkord der monumentalen Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“. Ein wichtiges Detail: Das Libretto – der verbale Text des musikalisch-dramatischen Werkes – wurde vom Autor selbst verfasst und schöpfte dabei aus der germanisch-skandinavischen Mythologie und der mittelalterlichen Ependichtung.
Die gewaltigen Dimensionen der Tetralogie haben weltweit unzählige Theaterinszenierungen inspiriert. Die gefeierte Bayreuther Produktion unter der Regie von Patrice Chéreau und der musikalischen Leitung von Pierre Boulez, die 1976 das hundertjährige Jubiläum der Festspiele feierte, wurde als Videoversion veröffentlicht und mit einem Grammy ausgezeichnet. Im Kino verwendete Regisseur Luchino Visconti den Titel „Götterdämmerung“ für seinen Film, der den Niedergang einer Industriellenfamilie schildert. Der Film hat jedoch nur eine allegorische Verbindung zur Originaloper.
Prolog am Brunhildefelsen
Die drei Nornen – Erdas Töchter – weben den Faden des Schicksals. Sie singen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Faden spannt sich und reißt. Voller Furcht ziehen sich die Nornen in die Unterwelt zurück. Der Morgen dämmert. Siegfried und Brunhilde erscheinen. Der Held bricht zu neuen Abenteuern am Rhein auf. Zum Abschied schenkt er seiner Frau den magischen Ring der Nibelungen, und Brunhilde schenkt ihm ihr geliebtes Pferd Grane.
Hagens Verschwörung und der Trunk des Vergessens
Die Burg der Gibichungen liegt am Rheinufer. Gunther, seine Schwester Gutrune und ihr Halbbruder Hagen beraten sich. Hagen ist der uneheliche Sohn des Zwerges Alberich. Der listige Hagen schlägt Gunther vor, die mächtige Brunhilda zu heiraten. Gutrune rät er, Siegfried zu heiraten, dessen Horn kurz vor Gunthers Ankunft ertönt. Der gerissene Hagen gibt Gunther einen Becher mit einem Trank des Vergessens. Nach dem Trinken vergisst Siegfried Brunhilda vollständig und verliebt sich unsterblich in die schöne Gutrune. Siegfried und Gunther schwören sich ewige Blutsbrüderschaft. Der Held verspricht, Brunhilda mithilfe des Helms der Unsichtbarkeit – eines magischen Artefakts, das das Aussehen seines Trägers verändern kann – für seinen Freund zu gewinnen.
Unterdessen erscheint die Walküre Waltraute, Brunnhildes Schwester, auf Brunnhildes Felsen. Sie bittet darum, den Rheintöchtern den Ring zu geben. Nur so könne das Unheil des Göttervaters Wotan abgewendet und die Welt gerettet werden. Doch der Ring ist ein Pfand von Siegfrieds Liebe. Die stolze Brunnhilde lehnt dieses Geschenk ab. Verzweifelt fliegt Waltraute davon. Bald darauf bricht Siegfried, als Günther verkleidet, durch die Flammen zum Felsen. Er entreißt Brunnhilde den Ring mit Gewalt.
Der Schwur auf den Speer und der Zorn der Walküre
Die Nacht bricht über dem Rheinufer herein. Hagen schläft, als ihn sein Vater, der Zwerg Alberich, besucht. Dieser befiehlt seinem Sohn, den Ring der Macht um jeden Preis zu erlangen. Am Morgen kehrt der wahre Siegfried zurück. Hagen beruft seine Vasallen zu einer prunkvollen Hochzeit ein. Bald darauf trifft ein Schiff mit Gunther und Brunhilde ein. Die niedergeschlagene Frau erblickt Siegfried mit Gutrune. Da sieht sie den begehrten Ring an der Hand des Helden. Brunhilde wirft Siegfried Eidbruch vor und erklärt vor allen Anwesenden, dass er ihr wahrer Ehemann sei.
Siegfried hat keine Erinnerung an seine Vergangenheit. Der Held schwört seine absolute Unschuld auf Hagens Speerspitze. Er gelobt, durch diesen Speer zu sterben, sollten seine Worte falsch sein. Siegfried führt Gutrune zur Burg, um ihre Hochzeit zu feiern. Beleidigt und gedemütigt, verschwören sich Brunhilda, Gunther und der düstere Hagen, Siegfried zu töten. Brunhilda enthüllt das Geheimnis des Helden: Seine Schwachstelle ist sein Rücken. Sie belegt Siegfried mit einem Zauber, der ihn von vorn unverwundbar macht, da er sich in einem fairen Kampf niemals von einem Feind abwendet.
Die Jagd am Fluss und der Tod des Helden
Im bewaldeten Tal des Rheins planschen drei Meerjungfrauen – Woglinde, Velgunde und Flosshild – im Wasser. Die Rheintöchter bitten Siegfried inständig, ihnen den Ring zu geben, und prophezeien seinen baldigen Tod. Der Held lacht über ihre Warnungen und weigert sich, den Schatz zurückzugeben. Eine Jagdgesellschaft mit Gunther und Hagen nähert sich dem Fluss. Hagen bittet den Helden, von seinen vergangenen Heldentaten zu erzählen. Siegfried erinnert sich an seine Kindheit, seine Erziehung bei dem Zwerg Mime und seinen Sieg über den Drachen Fafner.
Hagen mischt den Saft besonderer Kräuter in Siegfrieds Trank. Der Trank gibt dem Helden sein Gedächtnis zurück. Siegfried singt von Brünnhildes Erwachen auf dem Feuerfelsen. In diesem Augenblick lenkt Hagen die Aufmerksamkeit der versammelten Menge auf Wotans vorbeifliegende Raben. Als Siegfried sich abwendet, um die Vögel zu betrachten, stößt Hagen ihm seinen Speer in den Rücken. Der tödlich verwundete Held fällt auf seinen Schild. Siegfrieds letzte Gedanken gelten seiner geliebten Brünnhilde. Die Vasallen – die abhängigen Krieger und Diener des Lehnsherrn – tragen den Leichnam des Helden unter tiefen Trauerklängen, begleitet von einem Trauermarsch, zur Burg.
Das Sühneopfer und das Ende der Götter
Auf der Burg trauert Gutrune um ihren verstorbenen Mann. Zwischen Hagen und Gunther entbrennt ein Streit um den goldenen Ring. Hagen tötet Gunther und greift nach dem Schatz. Doch Siegfrieds tote Hand erhebt sich plötzlich. Entsetzt flieht Hagen. Brunhilda erscheint, nachdem sie die Wahrheit über den Vergessenstrank und Hagens Verrat erkannt hat. Sie befiehlt ihren Vasallen, am Rheinufer einen riesigen Scheiterhaufen zu errichten.
Brunnhilde nimmt Siegfrieds Ring und steckt ihn an ihren Finger. Sie verspricht, dass das Feuer den Schatz vom Fluch reinigen wird und die Rheintöchter ihn aus der Asche bergen können. Brunnhilde entzündet den Scheiterhaufen, besteigt ihr treues Pferd Grane und springt in die lodernden Flammen. Das Feuer schlägt himmelwärts. Der Rhein tritt über die Ufer und löscht den Scheiterhaufen. Hagen, in Panik, taucht nach dem Ring. Die Meerjungfrauen ziehen ihn in die Tiefe. Flosschild hält den wiedergefundenen Ring. Ein blendender Schein erstrahlt am Himmel: Walhall wird von Flammen verschlungen. Die Götter kommen in dem großen Feuer um.
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