„Der Tanzlehrer“ von Lope de Vega, Zusammenfassung
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Diese Mantel-und-Degen-Komödie entstand 1594. Die Handlung dreht sich um den Protagonisten, der seinen wahren Stand verbirgt, um die Liebe seines Lebens zu gewinnen. Der Autor wählte bewusst den Beruf des Tanzlehrers – zur Entstehungszeit des Stücks galt die Beherrschung dieser Kunst als Privileg des Hochadels. Das Werk wurde 1952 für das sowjetische Kino adaptiert. Die Verfilmung, produziert vom Zentraltheater der Roten Armee mit Wladimir Seldin in der Hauptrolle, erntete breite Anerkennung und festigte den phänomenalen Theatererfolg der Produktion.
Ein Fest in Tudela und eine verhängnisvolle Entscheidung
Der junge, verarmte Adlige Aldemaro kehrt von seinen Feldzügen in seine Heimat zurück. Auf seiner Durchreise stößt er in der Stadt Tudela auf die prunkvolle Hochzeitsfeier von Tevano und Feliciana. Zu den Feierlichkeiten gehören auch Ritterturniere. Aldemaro sieht Florela, die jüngere Schwester der Braut, und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Der junge Mann weigert sich daraufhin entschieden, seine Reise in seine Heimat Lérin fortzusetzen.
Sein Cousin Ricaredo versucht, mit dem Verehrer zu reden. Aldemaros Familie hat uralte Wurzeln, doch sein Vater ist bettelarm. Ricaredo erinnert ihn an seine Mittellosigkeit und die Absurdität seines Vorhabens, die Tochter des reichen Aristokraten Alberigo heiraten zu wollen. Aldemaro bleibt unnachgiebig. Er beschließt, seine in Neapel erworbenen choreografischen Fähigkeiten einzusetzen. Der Verehrer ersinnt eine gewagte List: Er will unter falschem Namen in das Haus des Mädchens eindringen und dort als Hauslehrer für die jungen Damen arbeiten.
Das Auftauchen des Lehrers und die Geheimnisse anderer Leute
Bei Alberigo zu Hause beklagt sich der frischvermählte Tevano über die langweiligen Hochzeitstänze. Der Vater beklagt die mangelnde Anmut seiner Töchter. Da kommt die Ankunft eines reisenden Handwerkers gerade recht. Aldemaro nimmt den Namen Alberto an und findet sofort Arbeit.
Bald darauf begegnet der neue Lehrer dem adligen Hidalgo Vandalino. Dieser ist unsterblich in Florela verliebt und bittet den Lehrer, in Liebesangelegenheiten heimlich für sie zu vermitteln. Vandalino gibt Alberto einen Liebesbrief an das Mädchen. Ein merkwürdiges Detail kommt ans Licht: Der junge Mann ist sich absolut sicher, am Vorabend eine ermutigende Antwort erhalten zu haben. Im Schutze der Dunkelheit unterhielt sich eine weibliche Gestalt freundlich mit ihm vom Balkon aus.
Aldemaro ist angesichts dessen, was er gehört hat, zutiefst verzweifelt. Doch die bittere Wahrheit bleibt dem stolzen Hidalgo verborgen. Florelas ältere Schwester sprach vom Balkon zu ihm. Die verheiratete Feliciana schwärmt schon lange für Vandalino und ist bereit, jede Art von Fälschung anzuwenden, um ein Treffen zu erzwingen.
Musikalische Metaphern und Bekenntnisse
Florela erfährt von dem leichtsinnigen Verhalten ihrer Schwester und ist empört. Dem Mädchen ist die Tragweite der Situation vollkommen bewusst. Ihr guter Ruf könnte durch die perversen Begierden einer anderen Person irreparabel beschädigt werden.
Die Tanzstunde beginnt. Begleitet vom Klang einer Gitarre spricht Alberto über den Aufbau der menschlichen Seele und vergleicht die fünf Sinne mit den fünf Saiten eines Instruments. Florela deutet an, dass sie von dem Brief weiß, den sie ihm gegeben hat. Der vermeintliche Lehrer offenbart seine wahre Herkunft. Er nennt seinen Namen und erzählt ihr von seinen Wurzeln in Lérin.
Florela hegt tiefes Vertrauen in den edlen jungen Mann. Aldemaros Gefühle berühren sie zutiefst. Die beiden jungen Leute beschließen, zusammenzuarbeiten.
Brieftausch und nächtlicher Hinterhalt
Feliciana gibt Alberto eine sorgfältig im Namen ihrer Schwester verfasste Antwort an ihren Geliebten. Darin vereinbart sie kühn ein Treffen im Garten. Aldemaro und Florela öffnen den Brief und ändern den Text. Die neue Version weist den Herrn an, am Fenster zu warten. Florela beabsichtigt, selbst in den Garten zu gehen, um den hartnäckigen Verehrer abzuschrecken. Feliciana wird derweil vergeblich auf dem Balkon auf ihren Geliebten warten.
Die Nacht bringt große Unruhe. Vandalino klettert über den Zaun in den Garten. Dort trifft er auf Florela, die ihn mit wütenden Vorwürfen überschüttet. Das Mädchen erklärt unverblümt, ihr Herz sei „kalt wie Marmor“ und jemand anderes habe die vorherigen Briefe geschrieben. Der beleidigte Herr verlässt eilig den Garten.
Tevano versteckt sich hinter den Zweigen. Felicianas Mann hat Zettel gefunden und verdächtigt seine Frau der Untreue. Aldemaro und sein Diener Belardo tauchen in der Dunkelheit auf. Sie geben vor, Räuber zu suchen, und schlagen Tevano brutal mit Knüppeln zusammen. Er muss laut schreien und um Hilfe rufen. Erleichtert, dass er nur mit Prellungen davongekommen ist und seine Vermutungen unbegründet waren, flüchtet Tevano ins Haus.
Die gestohlene Truhe
Ein neuer Tag bricht an. Feliciana trifft sich heimlich mit Vandalino. Er beklagt sich über die Ungnade seiner Schwester und den gefälschten Brief. Feliciana überzeugt den Herrn vom Verrat der Tanzlehrerin. Ihrer Lüge zufolge hat Alberto selbst ein Auge auf das Mädchen geworfen und schadet seinem adligen Rivalen.
Feliciana überredet den feigen Butler Cornejo zu einer feigen Tat. Sie gibt ihm eine Truhe mit ihren Juwelen. Cornejo versteckt die Truhe heimlich unter Albertos Bett. Die verheiratete Intrigantin plant, Aldemaro als Dieb zu entlarven und ihn so schnell ins Exil zu schicken.
Tagsüber geht der Choreografieunterricht weiter. Aldemaro und Florela genießen die gemeinsame Zeit beim Üben komplexer Bewegungen. Feliciana stört ihre Zweisamkeit. Um keinen Verdacht zu erregen, lenkt Alberto das Gespräch begeistert auf die Vorbereitungen für den großen Auftritt beim bevorstehenden Maskenball.
Das Dienstmädchen Lisena löst ein furchtbares Getöse aus. Der Kleiderschrank wurde aufgebrochen, die Truhe ist spurlos verschwunden. Feliciana täuscht gekonnt tiefe Verzweiflung vor. Aldemaro schwört inständig, das ganze Anwesen auf den Kopf zu stellen und den Täter zu finden. Lisena macht sich auf die Suche.
Ein unerwartetes Ende
Vandalino kehrt zum Herrenhaus zurück. Alberigo und seine bewaffneten Bediensteten finden ihn im Garten. Hidalgo gesteht ihm offen seine Heiratsabsichten und zeigt ihm den Brief, in dem sie der Ehe zustimmt. Alberigo ist über das Verhalten seiner Tochter schockiert. Der alte Mann befiehlt Florele, Vandalinos Antrag anzunehmen.
Das Dienstmädchen Lisena bringt den gefundenen Schatz und beschuldigt Alberto öffentlich. Die Juwelen befanden sich im Zimmer des Lehrers. Aldemaro übergibt kleinlaut das Schwert. Der junge Mann weigert sich, Ausreden vorzubringen, um Florelas Geheimnis nicht zu verraten. Der vermeintliche Dieb wird brutal ins Gefängnis abgeführt.
Ricaredo trifft mit seinen Dienern in Tudela ein, um seinen Bruder aus den Händen der Stadtwachen zu befreien. Die Männer setzen Masken auf und stürmen Alberigos Haus. Unglaubliches Chaos bricht aus.
Florela ergreift die Initiative. Sie enthüllt ihrem Vater die Wahrheit über die gefälschten Briefe und verteidigt ihre Ehre. Das Mädchen unterbreitet dem alten Mann einen raffinierten Plan, um Vandalino loszuwerden. Alberigo lädt den Herrn zu einem privaten Gespräch ein. Der Gastgeber täuscht seinen Gast, indem er behauptet, Florela habe geplant, mit dem Tanzlehrer durchzubrennen und ihm die Truhe freiwillig gegeben.
Als der stolze Vandalino von der Schmach seiner Braut erfährt, lehnt er die Heirat ab. Er zerreißt die restlichen Geldscheine und verlässt das Haus der Tudelas für immer. Nun sind alle Hindernisse beseitigt. Alberigo offenbart Aldemaro seine Kenntnis seiner adligen Herkunft. Die Diebstahlsvorwürfe werden fallen gelassen. Der alte Mann gibt Florela voller Freude dem jungen Mann aus Lerin zur Frau. Ricaredo nimmt seine Maske ab und umarmt seinen geretteten Bruder. Belardos Diener erhält Lisena zur Frau und eine reiche Mitgift.
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