Eine Zusammenfassung von „Aufzeichnungen eines jungen Arztes“ von Michail Bulgakow
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Dieses Buch ist eine Sammlung medizinischer Erzählungen über den harten Alltag eines jungen Universitätsabsolventen. Der Protagonist findet sich 1917 in einer abgelegenen russischen Provinz wieder. Der Text basiert auf den realen medizinischen Erfahrungen des Autors. Er arbeitete in einem abgelegenen Semstwo-Krankenhaus und kämpfte dort eigenständig gegen schwere Krankheiten, die primitive Unwissenheit der Bauern und seine eigenen Ängste.
Der Text wurde mehrfach für die Leinwand adaptiert. 2008 erschien der russische Film „Morphine“ unter der Regie von Alexei Balabanov. 2012 folgte eine britische Serie mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle.
Handtuch mit Hahn
Im September reist ein 24-jähriger Arzt 43 Kilometer über unwegsames Gelände. Er erreicht das Murjewskaja-Krankenhaus. Der junge Facharzt fühlt sich aufgrund seiner mangelnden Erfahrung unsicher. Er fürchtet, den Ruhm seines Vorgängers Leopold zu überschatten. Das Personal begegnet ihm mit größtem Respekt. Sanitäter Demjan Lukitsch und die Hebammen Pelageja Iwanowna und Anna Nikolajewna helfen ihm, sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Kurz darauf wird ein Mädchen mit einem gequetschten Bein eingeliefert. Ihr Bein war in einer Wäschepresse eingeklemmt. Der Arzt führt seine erste Amputation durch. Das Mädchen überlebt und bringt ihm später ein schneeweißes Handtuch. Auf den Stoff ist ein roter Hahn gestickt.
Schneesturm
Die Kunde vom neuen Chirurgen verbreitet sich in der ganzen Gegend. Die Zahl der Patienten steigt täglich auf hundert. Im Winter wird der junge Arzt dringend auf ein abgelegenes Gut gerufen. Die Verlobte eines Angestellten hat sich bei einer Schlittenfahrt den Kopf gebrochen. Der Arzt kämpft sich durch einen heftigen Schneesturm. Bei seiner Ankunft stellt er einen Schädelbasisbruch fest. Er verabreicht Kampfer, doch das Mädchen stirbt vor seinen Augen. Auf der Rückreise verfährt sich der Schlitten. Ein Wolfsrudel verfolgt die Reisenden. Der Arzt feuert seine Browning ab und verscheucht die Tiere. Die Pferde erreichen wie durch ein Wunder die Laterne des Krankenhauses.
Stahlhals
Die dreijährige Lidka wird spät nachts ins Krankenhaus eingeliefert. Sie erstickt an einer diphtherieähnlichen Erkrankung. Der Arzt schlägt vor, ihr die Kehle aufzuschneiden und einen Schlauch einzuführen. Ihre Mutter und Großmutter lehnen das entschieden ab. Der Arzt gibt ihnen fünf Minuten Bedenkzeit. Die Frauen willigen ein. Die Operation gestaltet sich äußerst schwierig. Der Arzt kann ihre Luftröhre nicht finden. Der Sanitäter wird vor Hitze und Angst ohnmächtig. Schließlich gelingt es, den Schlauch einzuführen. Das Mädchen beginnt zu atmen. Nach einiger Zeit erholt sich Lidka vollständig. Die Dorfbewohner verbreiten das Gerücht, der Arzt habe ihr eine stählerne Kehle verpasst.
Ägyptische Dunkelheit
Am Geburtstag eines Arztes trinkt das medizinische Personal verdünnten Alkohol. Kollegen unterhalten sich über dörfliche Aberglauben. Bauern trinken eine ganze Flasche Tollkirsche auf einmal. Sie kleben Senfpflaster auf ihre Schaffellmäntel und geben gebärenden Frauen ihre Haare zum Kauen. In dieser Nacht kommt der höfliche Müller Chudov mit Malaria. Der Arzt verschreibt ihm zehn Chininpulver. Der Müller soll um Mitternacht ein Pulver einnehmen. Am Morgen wird der Arzt dringend geweckt. Der Müller wird nur durch eine Magenspülung gerettet. In dem Wunsch, schneller wieder gesund zu werden, hat der intelligente Patient alle zehn Chinindosen auf einmal geschluckt.
Morphium
1918 wurde Dr. Bomgard in eine Provinzstadt versetzt. Er genoss den Strom, das Labor und die Ruhe. Plötzlich erreichte ihn ein Brief seines Studienfreundes Polyakov. Polyakov hatte Bomgards Platz in der Einsamkeit eingenommen und bat nun um Hilfe. Am nächsten Tag wurde Polyakov selbst eingeliefert. Vor seinem Tod hinterließ sein Kollege eine Nachricht: „Bitte macht niemanden für meinen Tod verantwortlich.“ Polyakov gab Bomgard sein Tagebuch. Die Einträge schildern seinen Niedergang. Nach der Trennung von seiner Frau litt Polyakov unter starken Bauchschmerzen. Die Hebamme Anna Kirillowna gab ihm seine erste Morphiumspritze. Die Sucht entwickelte sich rasch. Der Arzt verlor erheblich an Gewicht und wog nur noch 55 Kilogramm. Versuche, das Medikament durch Kokain zu ersetzen, führten zu furchtbaren Halluzinationen. Polyakov stahl Morphium aus einer Moskauer Klinik. Sein geistiger und körperlicher Zustand verschlechterte sich zusehends. In der Erkenntnis der Ausweglosigkeit seiner Situation beging der Arzt Selbstmord.
Taufe durch Umdrehen
An einem regnerischen Abend wird ein Arzt zu Anna Prokhorova gerufen, einer Frau in den Wehen. Der Fötus liegt in Querlage. In Panik eilt der junge Facharzt nach Hause, um Döderleins Geburtshilfehandbuch zu lesen. Der Text erscheint ihm unverständlich und beängstigend. Der Autor warnt vor Uterusrupturen und drohendem Tod. Zurück im Operationssaal verlässt sich der Arzt auf seinen gesunden Menschenverstand. Unter Chloroformnarkose führt er erfolgreich eine klassische Stieldrehung durch. Mutter und Kind überleben. Beim Lesen des Lehrbuchs nach der Operation bemerkt der Arzt eine wundersame Verwandlung. Komplexe Lehrbuchwahrheiten sind ihm plötzlich glasklar geworden.
Das fehlende Auge
Ein Jahr später erinnert sich der Arzt an seine anfänglichen Ängste. Er zog einem Soldaten einen Zahn und entfernte ein Stück Kieferknochen. Er brachte ein schwieriges Kind auf einer morschen Brücke zur Welt. Er richtete Verrenkungen ein und führte komplizierte Amputationen durch. Heute betrachtet sich der Chirurg als erfahrenen Spezialisten. Eines Morgens wird ein einjähriges Kind mit einem riesigen gelben Tumor anstelle eines Auges eingeliefert. Der Arzt lehnt eine Operation ab und rät, den Jungen in das städtische Operationszentrum zu bringen. Die Mutter weigert sich. Eine Woche später kehrt sie mit einem gesunden Baby zurück. Der Abszess war von selbst aufgeplatzt und hatte das darunter verborgene Auge freigelegt. Dem Arzt ist bewusst geworden, wie wichtig es ist, ständig dazuzulernen.
Sternenausschlag
Während einer Sprechstunde untersucht ein Arzt einen Mann mit Heiserkeit. Auf dessen Brust ist ein sternförmiger Ausschlag zu sehen. Der Arzt diagnostiziert Syphilis. Der Bauer, ungläubig über die Diagnose, ignoriert die Quecksilbersalbe und verschwindet spurlos. Bei der Durchsicht der Archive stößt der Chirurg auf ein erschreckendes Bild. Die Krankheit wird seit Jahrzehnten durch gemeinsam benutztes Geschirr übertragen. Die Infektion befällt ganze Familien, ältere Menschen und Kleinkinder. Später zwingt der Arzt eine Mutter mit zwei Kindern, die den Ausschlag haben, im Krankenhaus zu bleiben. Es gelingt ihm, ein separates Krankenhaus zu eröffnen. Der Arzt behandelt die Patienten erfolgreich mit neuen Salvarsan-Infusionen. Einer der geheilten Patienten bringt dem Arzt als Zeichen der Dankbarkeit etwa 800 Gramm Butter.
Ich habe getötet
In einer Moskauer Wohnung unterhalten sich Ärzte über ihren Beruf. Dr. Jaschwin blickt auf ein Kalenderblatt und sagt: „Ich habe getötet.“ Er gesteht, dass er vor genau sieben Jahren einen Mann vorsätzlich getötet hat. Die Ereignisse trugen sich 1919 in Kiew zu. Jaschwin erwartete die Ankunft der Bolschewiki. Die sich zurückziehenden Petljura-Truppen zwangsrekrutierten ihn. Im Hauptquartier eines Kavallerieregiments verband er erfrorene Soldaten. Im Nebenraum wurden Menschen mit Ladestöcken geschlagen. Oberst Leschtschenko beaufsichtigte die brutale Folter. Einer der Gefangenen stach ihn mit einem Taschenmesser. Der Oberst rief Jaschwin, um ihn zu verbinden. In diesem Moment stürmte eine Frau in den weißen Raum. Sie spuckte Leschtschenko ins Gesicht, weil er ihren Mann hingerichtet hatte. Der Oberst befahl, sie mit fünfundzwanzig Peitschenhieben mit Ladestöcken zu schlagen. Jaschwin zog eine Browning. Er schoss dem Folterer direkt in den Mund, sprang aus dem Fenster und verschwand.
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