Eine Zusammenfassung von Emil Braginskys „Fast eine lustige Geschichte“
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Dieses heitere, lyrische Komödie erschien 1976. Mit warmherziger Ironie erzählt der Text die Geschichte zweier älterer Menschen, die sich lange an ihre Einsamkeit gewöhnt haben und nun spät wieder Gefühle entdecken. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen berührende, manchmal absurde Alltagssituationen, durch die die Figuren nach und nach ihr eigenes Bedürfnis nach Liebe und menschlicher Wärme erkennen.
Das Werk wurde erfolgreich verfilmt. 1977 drehte Regisseur Pjotr Fomenko einen zweiteiligen Fernsehfilm gleichen Namens. Olga Antonowa und Michail Gluzski spielten die Hauptrollen, und die Geschichte erlangte breite Anerkennung.
Ein Zwischenfall auf dem Bahnsteig und ein kaputter Koffer
Zwei Schwestern erreichen die alte Provinzstadt Drewnegorsk. Die ältere, die Künstlerin Taisija Pawlowna, ist ganz in ihre Kunst vertieft. Die jüngere, 35-jährige Ilaria Pawlowna, bewältigt den gesamten Haushalt und schleppt schweres Gepäck. Auf dem Bahnsteig bietet ihnen ein Mitreisender, ein älterer Herr namens Wiktor Michailowitsch Meschkow, seine Hilfe an. Er hebt Ilarias schweren Koffer hoch, doch der Griff hält dem Gewicht nicht stand und bricht ab.
Meshkov findet ein Seil und hilft den Frauen, das Hotel zu erreichen. Es sind keine Zimmer mehr frei, doch Viktor Michailowitsch bietet den Schwestern freundlicherweise sein reserviertes Zimmer an. Er beschließt, auf seinen Kollegen Lazarenko zu warten und bei ihm zu übernachten. Illaria schließt ihren Retter sofort ins Herz.
Schon bald machen sich Meshkov und Illaria auf den Weg, um den Koffer zu reparieren. Nachdem sie stundenlang durch die Stadt geirrt sind und sowohl in einer Reparaturwerkstatt als auch bei einer Autowerkstatt abgewiesen wurden, finden sie unerwartet Hilfe beim Uhrmacher Ivan Matveyevich. Während sie den Koffer reparieren, kommen sie ins Gespräch. Illaria ist spontan und aufgeschlossen. Meshkov hingegen ist etwas zurückhaltend und vorsichtig und versucht, wie ein strenger Sicherheitsingenieur zu wirken, dem Regeln wichtiger sind als Gefühle.
Missverständnisse im Hotel
Taisija Pawlowna ist Viktor Michailowitsch gegenüber offen misstrauisch. Sie hält ihn für einen Schurken, der nur auf Geschäftsreisen aus ist. Ilaria hingegen verteidigt ihren neuen Bekannten vehement. An diesem Abend beschließt sie, Meschkow eine Quittung zu bringen, die er im Telegrafenamt vergessen hat. Sie erwischt ihn in seinem Zimmer beim Trinken mit dem Bauleiter. Viktor Michailowitsch, schlecht gelaunt, zwingt Ilaria, Wodka zu trinken. Ihr wird übel.
Am nächsten Tag kommt Meshkov, um sich zu entschuldigen. Illaria, die sich wegen Lazarenkos Bemerkungen über ihr offenes Werben um den Ingenieur schämt, geht zum Friseur. Dort lässt sie sich eine modische Dauerwelle machen, in der Hoffnung, Viktor Michailowitsch zu beeindrucken. Später gehen sie zusammen zu einem Fußballspiel. Illaria kennt sich mit dem Spiel nicht aus, ist aber ein leidenschaftlicher Fan. In einem Anfall von Rührung gesteht sie Meshkov, dass sie sich in ihn verliebt hat.
Meshkov ist von diesem direkten Druck eingeschüchtert. Der Mann erklärt Illaria: „Ich bin genau fünfzig! Ich bin schließlich alt!…“ Er erklärt, dass er ein nomadisches, einsames Leben auf Baustellen gewohnt sei. Illaria geht stolz davon.
Als Taisija Pawlowna von dem Geständnis erfährt, stürmt sie in Meschkows Zimmer und macht einen Aufruhr. Sie fordert ihn auf, ihre Schwester in Ruhe zu lassen. Meschkow trägt die wütende Künstlerin hinaus in den Flur. Währenddessen klettert Ilaria über die Balkone, um Wiktor Michailowitsch Proviant für die Reise zu bringen. Kurz darauf reist Meschkow nach Moskau. Ilaria versucht, ihn zu begleiten, doch er weist sie kühl zurück.
Moskauer Alltag und Meschkows Qualen
In Moskau kehrt Viktor Michailowitsch in seine Wohnung in der Planetnaja-Straße zurück, wo seine erwachsene Tochter Mascha lebt. Er versucht, sein früheres, beschauliches Leben wieder aufzunehmen, spielt Domino im Hof und streitet sich mit seinen lästigen Nachbarn. Doch die Gedanken an Ilari lassen ihn nicht los.
Lazarenko erinnert Meschkow an Illarias bevorstehenden Geburtstag. Viktor Michailowitsch geht zur Lautsprecheranlage, um Drewnegorsk anzurufen. Dort belästigt ihn ein junger Mann namens Tolja, dessen Frau weggelaufen ist. Tolja wird zu Meschkows ständigem Schatten, folgt ihm auf Schritt und Tritt und begegnet sogar Mascha. Er kann Illaria nicht erreichen – der Hotelverwalter teilt ihm mit, dass die Schwestern ausziehen mussten, um Platz für ausländische Touristen zu schaffen.
Die Zeit vergeht. Meschkow bricht zu einer weiteren Geschäftsreise auf. An einem der Bahnhöfe stehen die Züge von Viktor Michailowitsch und Ilaria nebeneinander. Sie sehen sich auf dem Bahnsteig. Meschkow möchte zu ihr eilen, doch ein langer Güterzug schiebt sich zwischen sie und bildet ein unüberwindliches Hindernis. Als die Waggons verschwunden sind, ist der Bahnsteig leer.
Ein Erklärungsversuch
Im Herbst kommt Illaria nach Moskau. Sie beobachtet Meshkows Haus. Im Hof trifft sie auf Tolja, von dem sie erfährt, dass Viktor Michailowitsch Junggeselle ist und nicht, wie sie angenommen hatte, verheiratet. Illaria geht daraufhin in die Wohnung und trifft seine Tochter Mascha. Erschrocken über ihre eigene Kühnheit, flieht die Frau. Meshkow, der kaum nach Hause zurückgekehrt ist, erfährt von dem Besuch und nimmt die Verfolgung auf.
Er trifft Illaria im Bus. Es kommt zum Streit. Illaria verhält sich distanziert und erklärt, dass sie nichts mehr für ihn empfindet und es nur eine vorübergehende Schwärmerei gewesen sei. Sie weigert sich, mit ihm zu Mittag zu essen, und fährt mit dem Oberleitungsbus weg. Meshkov bleibt wütend auf der Straße stehen, wütend auf sich selbst und auf ihre Unnahbarkeit.
Ausstellung und leeres Stadion
Viktor Michailowitsch erkennt, dass er die Frau nicht einfach gehen lassen kann. Da er ihren Nachnamen nicht kennt, begibt er sich zur Allrussischen Kunstausstellung. Meschkow wandert methodisch durch die Hallen und liest die Initialen der Künstler auf den Bilderrahmen, bis er auf ein Werk von Taisija Pawlowna stößt. Über ihren Arbeitsplatz erhält er die begehrte Telefonnummer.
Meshkov ruft Illaria an und verabredet sich. Sie kommen im leeren Dynamo-Stadion an, das mit Herbstlaub bedeckt ist. Viktor Michailowitsch versucht erneut, seine Gefühle zu verdrängen. Er sagt, er sei an einen Beruf mit häufigen Reisen gewöhnt, liebe Flughäfen und Bahnhöfe und empfinde ein sesshaftes Leben mit seinen ständigen Besuchen als Belastung. Illaria dreht sich wortlos um und geht. Diese Trennung ist für beide äußerst schmerzhaft.
Zuhause lässt Meschkow seinen Frust an Tolja aus, der weiterhin in Maschas Nähe herumlungert. Die Spannung löst sich, als ein Straßenhändler mit einem Korb voller Fische die Wohnung betritt. Die Männer lachen, und Wiktor Michailowitsch erkennt die Absurdität seiner Sturheit.
Rückkehr nach Drevnegorsk
Der Winter naht. Taisiya Pavlovna und Illaria bereiten sich auf die Abreise aus dem verschneiten Drevnegorsk vor. Sie stehen auf dem Bahnsteig, und Illaria müht sich erneut vergeblich ab, ihren schweren Koffer zu heben. Taisiya geht los, um einen Gepäckträger zu suchen.
Plötzlich erscheint Meschkow auf dem Bahnsteig. Er geht auf Illaria zu, fasst wortlos den glänzenden Griff ihres Koffers an und befiehlt ihr, ihm ihr Gepäck auszuhändigen. Illaria bricht vor Erleichterung und Freude in unkontrollierbares Weinen aus. Wiktor Michailowitsch legt ihr den Arm um die Schultern und sagt: „Du Narr, du dumme Frau!“
Sie gehen gemeinsam den Bahnsteig entlang, eng aneinander geklammert. Plötzlich bricht der Griff des Koffers erneut ab. Der Koffer kracht auf den Beton, doch die Liebenden bemerken es nicht einmal. Meschkow geht weiter, nur noch mit dem abgerissenen Griff in der Hand, während die empörte Taisija Pawlowna zurückbleibt, schreit und mit den Armen fuchtelt.
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