„Der Schlüssel ohne Übertragungsrecht“ von Georgi Polonsky, Zusammenfassung
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Der 1975 erschienene Roman lenkt die Aufmerksamkeit auf den akuten Generationenkonflikt, in dem strenge Schulregeln auf das dynamische, innovative Denken junger Menschen treffen. Die Autorin beschreibt die Gratwanderung zwischen pädagogischem Autoritarismus und echtem Vertrauen und verdeutlicht die Schwierigkeiten, eine gemeinsame Basis zwischen Erwachsenen und Kindern zu finden. Die Novelle wurde 1976 von Regisseurin Dinara Asanova erfolgreich verfilmt. Der gleichnamige Film gewann den Spezialpreis der Jury beim 10. Internationalen Filmfestival Moskau und den Preis für die Beste Regie beim Allunions-Filmfestival in Riga.
Der neue Regisseur und der zehnte "B"
Die Ereignisse überschlagen sich mit der Ernennung eines neuen Schulleiters. Der pensionierte Soldat Kirill Alexejewitsch Nasarow tritt sein Amt an der Schule an. Die stellvertretende Schulleiterin Olga Denisowna informiert ihn umgehend über die aktuellen Geschehnisse. Die vorherige Schulleiterin, die allseits beliebte Serafima Ossipowna, von den Schülern liebevoll „Baba Sima“ genannt, erblindet und tritt zurück. Nasarow übernimmt das Büro des Schulleiters und entdeckt einen verlassenen Kalender mit einem Vermerk über den Chemie-Leistungskurs. Er beginnt, die Klassenzimmer zu erkunden, sich einen Überblick über die Umgebung zu verschaffen und die Lehrer zu beobachten.
Marina Maksimowna, eine junge Literaturlehrerin, unterrichtet die zehnte Klasse (Klasse B). Sie gibt den Schülern äußerst aufschlussreiche Aufsatzthemen, die persönliche Reflexion erfordern. Die Schüler reagieren unterschiedlich. Der nachdenkliche Aljoscha Smorodin schreibt seinen Aufsatz und wirft der Lehrerin dabei immer wieder Blicke zu. Die schlagfertige Schenja Adamjan beklagt die Schwierigkeit der Aufgaben. Der zurückgezogene Sascha Maidanow weigert sich, Fragen zu beantworten, da er sie für überflüssig hält. Maidanow knüllt die Blätter zusammen und geht zum Ausgang. Auf dem Flur gerät er mit Smorodin in Streit. Der aggressive Teenager zerbricht Aljoschas Brille. Julia Bajuschkina, die großen Einfluss auf Sascha hat, bringt den Rüpel mit einer einzigen eisigen Bemerkung zum Schweigen.
Nazarov trifft seine Chemielehrerin Emma Pawlowna. Die junge Frau beklagt sich über den schwierigen Unterricht und Adamjans ständige Demütigungen. Der Direktor rät ihr, die kniffligen Fragen der Schüler direkt zu beantworten, anstatt vom Thema abzuschweifen. Später schaut Nazarov in Marina Maksimownas Klasse vorbei und stellt sich den Schülern vor. Er kündigt an, dass er künftig Militärausbildung und Sozialkunde unterrichten wird. Anschließend arbeitet Nazarov in der Bibliothek, wo er einen Berg methodischer Literatur vorfindet. Marina Maksimowna kommt vorbei, um sich ein Buch von Herzen auszuleihen. Es kommt zu einem hitzigen Wortwechsel. Dabei kommt ein interessantes Detail ans Licht: Der Direktor war zuvor Mitglied des Komitees, das Marinas Bildhauer-Ehemann sein Atelier entzogen hatte. Der verbale Streit treibt der jungen Frau die Tränen in die Augen.
Geburtstag und Aufnahme auf Tonband
Der Sonntag bricht an, Julia Bayuschkinas Geburtstag. Sie wird siebzehn. An diesem Morgen schenken ihr ihre Eltern ein tragbares Tonbandgerät. Julia weigert sich, zu Hause mit den erwachsenen Gästen zu feiern, die ihre Mutter eingeladen hat. Sie ruft Maidanow an und rennt zu ihren Klassenkameraden. Marina Maksimowna fährt mit ihrem kleinen Sohn Anton und den anderen aus der Stadt. Sie fahren nach Blinzowo, zu Sascha Maidanows Datscha. Der Lehrer versucht, sich mit ihm zu versöhnen und ihn endlich aus der kriminellen Szene herauszuholen.
Der Ausflug ist ein fröhliches Erlebnis. Die Schulkinder fahren mit Maidan-Skiern Ski, toben im weichen Schnee und tragen Gedichte vor. Maidan taut auf, zeigt Mitgefühl und findet eine gemeinsame Basis mit dem kleinen Anton. Am Abend trinken die Jungen Tee am warmen Ofen und führen ein offenes Gespräch mit der Lehrerin. Julia drückt unauffällig die Aufnahmetaste ihres neuen Kassettenrekorders. Die hitzigen Diskussionen der Schüler werden aufgezeichnet. Sie kritisieren die willensschwache Chemielehrerin Emma Pawlowna, die sie hinter ihrem Rücken „Golgatha“ nennen. Auch über die soldatische Art des neuen Direktors Nasarow machen sich die Jungen lustig. Marina Maksimowna antwortet den Jugendlichen ehrlich, ohne die Wogen zu glätten, um künstliche Unterordnung vorzutäuschen.
Spät am Abend begleiten die Jungen Marina Maksimowna nach Hause. Das Telefon klingelt. Julias Mutter, Klawdija Petrowna Bajuschkina, macht sofort am anderen Ende der Leitung einen Wutanfall. Sie ist verärgert über die Störung des Familientreffens. Sie gibt Marina die Schuld daran, ihre Tochter gegen die Familie aufgebracht zu haben. Frustriert weigert sich Julia, zu ihren Eltern zu gehen. Am nächsten Tag erteilt Nasarow eine militärische Ausbildungsstunde. Er befragt Smorodin streng zu Verkehrszeichen und zum Zusammenbau eines Kalaschnikow-Sturmgewehrs. Aljoscha gibt seine Sehschwäche als Grund an. Der Direktor unterbindet barsch die Pläne des jungen Mannes, ein „ewiger Weißer-Schein-Inhaber“ zu werden.
Konflikte mit den Eltern und Diebstahl
Während des Literaturunterrichts besteht die Klasse 10B unter der Leitung von Marina Maksimowna darauf, ins Rektorat zu gehen. Sie wollen sich das Fernsehspiel „Mozart und Salieri“ auf Kanal 2 ansehen. Nazarov überlässt den Schülern sein Büro. In diesem Moment erscheinen Klawdija Petrowna Bajauschkina und Irina Iwanowna Smorodina in der Eingangshalle. Die Mütter verlangen eine Audienz. Nazarov führt sie ins Lehrerzimmer, wo auch Olga Denisowna anwesend ist. Smorodinas Mutter ist sichtlich verlegen und geht. Bajauschkina bringt eine gelbe Herrenaktentasche mit einem darin versteckten Tonbandgerät. Sie beschuldigt den Literaturlehrer, die Schüler zu verderben.
Klavdiya Petrovna startet die Tonbandaufnahme. Nazarov und Olga Denisovna hören sich die ungezwungenen Reden der Klasse 10B an. Der Schulleiter ist entsetzt, dass die Autorität der Lehrer so unverhohlen infrage gestellt wird. Nazarov runzelt die Stirn, nimmt Bayushkina das Tonbandgerät ab und verspricht, der Sache nachzugehen. Er versteckt das beschlagnahmte Gerät in seiner Aktentasche. Unterdessen verliert Emma Pavlovna im Chemieunterricht die Beherrschung und wirft Adamyan wegen einer harmlosen Frage zu Substitutionsreaktionen aus dem Klassenzimmer. Nazarov wird Zeuge dieser Szene.
Die Schüler erfahren von der abscheulichen Tat von Julias Mutter. Adamyan und Maidanov beschließen, ihren geliebten Lehrer vor drohendem Unheil zu bewahren. Die Jungen schmieden einen waghalsigen Plan. Zhenya lenkt Sekretärin Alina mit einem Gespräch auf dem Flur ab. Sasha schleicht sich in Nazarovs Büro und stiehlt einen Kassettenrekorder aus dessen gelber Aktentasche. Maidanov ersetzt den fehlenden Rekorder durch einen dicken Band der Großen Sowjetischen Enzyklopädie. Später versuchen die Jungen, das Gerät aus dem Gebäude zu schmuggeln. Sie werden im Funkraum von dem Elektrotechniklehrer Konstantin Mishin abgefangen. Er nimmt den Kassettenrekorder mit zu einer Schulfeier.
Die Lehrer bereiten ein kleines Festessen in der Cafeteria vor. Nazarov sitzt mit den anderen Kollegen am gedeckten Tisch. Physiker Sumarokov erhebt einen Toast auf die verstorbene Schulleiterin Serafima Osipowna. Bald entbrennt eine hitzige Debatte über pädagogische Methoden. Olga Denisowna wirft Marina Maximowna ihre Vertraulichkeit vor. Sie fordert strikte Distanz zwischen Lehrerin und Klasse und wirft ihr vor, eine Art „Kneipe“ für die Schüler geschaffen zu haben. Marina verteidigt vehement das Recht auf echte menschliche Begegnung. Die Lehrerin weigert sich, gefühllos zu bleiben, und verlässt die Cafeteria. Nazarov entdeckt das den Schülern abgenommene Tonbandgerät auf dem Tisch.
Frank-Gespräch und das Finale
Spät am Abend trifft Nazarov bei Marina Maksimowna ein. Der Regisseur hat das verhängnisvolle Gerät dabei. Er setzt sich an den Tisch und erzählt Marina eine schmerzliche Geschichte. Wie sich herausstellt, hat seine eigene Teenager-Tochter Nadja kürzlich ihre Großmutter im Badezimmer eingesperrt. Das Mädchen tat dies, damit die alte Bäuerin sie nicht bei ihrem Treffen mit ihrer glamourösen Freundin störte. Kirill Alexejewitsch ist von dieser zynischen Grausamkeit tief betroffen.
Nazarov gibt zu, nach den richtigen Wegen zu suchen, Menschlichkeit zu fördern. Er fragt Marina unverblümt, ob ihre Gedichte und offenen Gespräche hundertprozentigen Schutz vor solch abscheulichem Verhalten bieten können. Die Lehrerin bejaht dies, räumt aber Zweifel ein. Der Schulleiter erkennt ihre Aufrichtigkeit. Nazarov drückt die Löschtaste des Tonbandgeräts und löscht so die belastende Aufnahme endgültig, wodurch er den Ruf von Marina und ihren Schülern rettet.
Draußen vor Marina Maksimownas Haus frieren die Schüler. Smorodin, Adamyan, Maidanov, Kolchin und Julia Bayushkina halten in der verschneiten Dunkelheit Wache, bereit, ihre Lehrerin vor dem Zorn ihrer Vorgesetzten zu schützen. Nazarov kommt aus der Haustür. Er rät Julia, den leeren Kassettenrekorder ihrer Mutter zurückzugeben. Ein Taxi mit Julias Eltern hält. Die Bayushkins bringen ihre Tochter nach Hause. Der Konflikt ist vollständig beigelegt, und die Schüler erkennen, dass der strenge Direktor sich als ein zutiefst mitfühlender und gerechter Mensch entpuppt hat.
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