Eine Zusammenfassung von Emil Braginskys „Die Abenteurerin“
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Dieses Buch ist ein geistreiches, lyrisches Theaterstück aus dem Jahr 1984. Mit subtilem Humor erkundet es die Grenzen menschlicher Anständigkeit und sozialer Kompromisse. Der Text erzählt die ungewöhnliche Geschichte einer verzweifelten Ärztin, die zu absurden, alltäglichen Erpressungsmethoden greift, um die Zukunft ihres Sohnes zu retten.
Die Handlung beginnt mit einem schwierigen Gespräch. Ärztin Elena Kirillovna Lebedeva sitzt im Büro der Beamtin Krokhina. Gegen die Frau wird ein Strafverfahren eingeleitet. Ihre Patienten schenkten ihr regelmäßig Süßigkeiten und Parfüm, die sie naiv an ihre Nachbarin Marfa weiterverkaufte. Marfa entpuppte sich als heimlich in die Geschäfte der Wiederverkäufer verwickelt. Nun wird Lebedeva öffentlich der Bestechung beschuldigt und ihr droht der Verlust ihres 13-jährigen Sohnes Anatoly. Krokhina rät ihr ruhig, vor den Mitarbeitern Reue zu zeigen.
Besuch in Moskau
In der Moskauer Wohnung des renommierten Mathematikers Oleg Nikititsch Pewzow herrscht reges Treiben. Der Wissenschaftler entspannt sich nach der Arbeit mit einem alten Freund. Der Flusspferdforscher Pawel Weniaminowitsch Sucharew beschwert sich über den neuen, unfähigen Direktor des Instituts. Die beiden Männer führen alte Zirkusnummern auf und nennen sich gegenseitig die Clownsnamen Bim und Bom. Die Töchter des Akademikers sind mit ihrem Privatleben beschäftigt. Studentin Marina führt heimlich ihren neuesten Verehrer ins Zimmer, während Anwältin Walja sich mit ihrem unerschütterlichen Verlobten Machonkow unterhält. Plötzlich schlüpft Elena ins Wohnzimmer. Sie teilt dem verblüfften Pewzow mit, dass Anatoli sein leiblicher Sohn aus einer kurzen Affäre vor 14 Jahren in Juschansk ist.
Der Gast verlangt, dass die Akademikerin aktiv in das Leben des Teenagers eingreift. Der Junge ist von höherer Mathematik fasziniert, und Lebedeva möchte ihn in ein spezialisiertes Moskauer Internat schicken. Die Akademikerin ist angesichts dieser Unverfrorenheit entsetzt. Valya beurteilt die Situation aus juristischer Sicht. Die Tochter überzeugt ihren Vater, dass die Fremde plant, ihn auf einen Teil seines Vermögens zu verklagen. Der Anwalt zeichnet ein düsteres Bild von Gerichtsverfahren, Unterhaltszahlungen und falschen Zeugenaussagen. Pevtsov bringt die Frau in seine Datscha außerhalb von Moskau, um unnötige Zeugen und die Öffentlichkeit zu vermeiden.
Verhandlungen im ländlichen Raum
Auf der Terrasse überreicht Elena dem Akademiker Beweismaterial. Sie zeigt ihm ein Album mit flämischen Malern, Rubens, mit einer Widmung von Pevtsov, und ein altes Foto. Auf dem Bild umarmt der Gelehrte eine junge Frau. Der Akademiker erinnert sich plötzlich an diese längst vergangene Begegnung. Er erklärt, dass das Mädchen Alena hieß und ganz andere, wunderschöne Gesichtszüge hatte. Lebedeva weint bitterlich bei diesen Worten. Sie erklärt, dass sie sich wegen der Anforderungen ihres Arztberufs die Haare abgeschnitten habe und dass sich ihr Aussehen durch die Härten des Lebens sehr verändert habe.
Pevtsov verspürt unerwartet Schuldgefühle und folgt dem Flüchtigen zum Flughafen. In der Nähe des Ticketschalters erzählt Elena offen von ihren Erfahrungen mit den Ermittlungen. Lebedeva wurde zum Sündenbock gemacht, inszeniert durch eine öffentliche Medienkampagne. Der Wissenschaftler zeigt echtes Mitgefühl. Zwischen ihnen entwickelt sich ein herzliches, vertrauensvolles Gespräch. Pevtsov demonstriert scherzhaft, wie man ein Orchester dirigiert, und Elena lacht herzlich. Der Akademiker verspricht fest, den jungen Anatoly in einem Mathematikinternat unterzubringen.
Rückkehr nach Hause
Dem zweiten Akt geht ein neues Treffen in Juschansk voraus. Der Ermittler hat den Fall mangels Beweisen eingestellt. Krochina weigert sich jedoch, Elena wieder als behandelnde Ärztin einzusetzen. Die Beamtin bietet ihr lediglich langweilige Unterlagen aus der medizinischen Statistikabteilung an. In Moskau teilt Marina ihrer Schwester mit, dass sie Lebedeva, die aus dem Süden angereist war, den Zutritt zur Wohnung verweigert hat. Das Mädchen ist sichtlich stolz auf ihr aggressives Verhalten. Walja nennt ihre Schwester dumm und übernimmt die Kontrolle über die Situation.
Pevtsov erfährt von Elenas Besuch und ist wütend auf seine Tochter. Valya und Makhonkov bringen ihrem Vater einen Testamentsentwurf. Die Kinder wollen die Datscha, das Auto, die Bibliothek und die Antiquitäten rechtlich sichern. Sie schützen ihr Vermögen vor den Übergriffen einer potenziellen neuen Ehefrau. Aus Protest gegen den berechnenden Zynismus seiner Töchter inszeniert der Akademiker eine sarkastische Vorstellung. Der Wissenschaftler beginnt, seine Schweizer Uhr, sein Hemd und seine Hose auszuziehen. Er schlägt seinen Verwandten vor, sofort alle wertvollen persönlichen Gegenstände mitzunehmen.
Geheimer Besuch
Die Handlung verlagert sich in ein Hotel in der Küstenstadt Juschansk. Pewzow war, ohne Wissen seiner Familie, persönlich an die Küste geflogen. Zuvor hatte er Krochina besucht und unmissverständlich Lebedewas Wiedereinstellung gefordert. Elena findet den Akademiker in seinem Zimmer vor, doch anstatt Dankbarkeit auszudrücken, zeigt sie sich scharf unzufrieden. Sie erklärt, sie sei an absolute Unabhängigkeit gewöhnt und hasse es, jemandem etwas schuldig zu sein. Dann enthüllt sie dem Mathematiker die schockierende Wahrheit: Der Teenager Anatoli hat keinerlei Verbindung zu Pewzow.
Die ganze Geschichte um die genetische Vaterschaft entpuppte sich als reine Erfindung, um ein talentiertes Kind zu schützen. Der Wissenschaftler ist zutiefst enttäuscht. Er hatte den begabten Jungen kennengelernt und war ihm wirklich ans Herz gewachsen. Lebedeva verabschiedet sich entschieden und geht, was den Mathematiker fassungslos zurücklässt. Auf der Straße trifft sie auf Valya und Makhonkov. Das Paar war unter dem Vorwand einer Hochzeitsreise in den Süden gekommen, um den Vater heimlich auszuspionieren. Der Arzt rät dem Anwalt spöttisch, sich zu beruhigen, und geht entschlossen seinen Geschäften nach.
Einen Monat später kehrt Machonkow in Pewzows Büro in der Hauptstadt zurück. Der pragmatische Verlobte gibt Walja die Freiheit und das antike Tintenfass der Familie zurück. Der junge Mann hat im Ausland eine vorteilhaftere Partie gemacht – die reiche Erbin einer griechischen Ölmühle. Sucharew ist entsetzt über den Mangel an Prinzipien des ehemaligen „Patrioten“. Kurz darauf erscheint Elena erneut an der Tür. Sie hat eine schwerkranke Patientin zu einer Konsultation in eine Moskauer Klinik gebracht.
Die Frau behauptet, sie sei nur aus Gewohnheit bei Pevtsov vorbeigekommen. Der Akademiker fragt ironisch, warum seine Besucherin nicht eilig sei zu gehen. Der Arzt erwidert kurz angebunden, sie mache lediglich eine Pause von seiner Gesellschaft. Es folgt eine lange, emotional aufgeladene Stille. Plötzlich ruft Pevtsov eine Zeile aus seinem liebsten alten Clown-Programm: „Hallo, Bim!“ Lebedeva stimmt ohne zu zögern ein und antwortet lächelnd: „Hallo, Bim!“
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