Eine Zusammenfassung von „Das Leben der Insekten“ von Victor Pelevin
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Dieses Buch ist ein postmodernes Werk, erschienen 1993. Der Chronotopos, also Zeit und Ort der Handlung, beschränkt sich strikt auf den Sommer auf der Krim, genauer gesagt auf die Gegend um eine alte Ferienpension. Die Figuren der Erzählung unterliegen ständigen ontologischen Metamorphosen. Sie leben auf den Seiten wie gewöhnliche Bewohner des postsowjetischen Raums und verhalten sich zugleich wie reale Gliederfüßer. Die amerikanische Mücke Samuel Sacker trifft am Meer ein. Er wird von den einheimischen russischen Mücken Arthur und Arnold herzlich begrüßt. Der fremde Gast weigert sich standhaft, eine Pause von seiner Reise einzulegen.
Sam will sofort das Leben der Einheimischen studieren und Handel treiben – sprich: frisches Blut beschaffen. Drei Mücken fliegen in das Zimmer eines schlafenden Mannes, dessen Körper dicht mit Gefängnistätowierungen bedeckt ist. Die Insekten landen auf seiner Haut. Sam durchbohrt die Epidermis mit seinem scharfen Rüssel. Der Amerikaner trinkt gierig, bis er ohnmächtig wird. Er verfällt in Trance und greift seine Begleiter aggressiv an. Mit großer Mühe zerren Arnold und Arthur den verstörten Gast nach draußen. Sam erbricht Blut auf den Bürgersteig, woraufhin sich sein Geist klärt.
Metamorphosen des Resorts
Früh am Morgen lehrt ein Mistkäfervater seinen Sohn, wie man aus Exkrementen eine perfekte Kugel formt. Die Käfer nennen dieses runde Objekt respektvoll das uralte Wort „Ya“. Geduldig erklärt der Vater seinem Sohn die Gesetze der Skarabäuswelt. Die Philosophie liegt im monotonen Rollen der Kugel durch den Morgennebel. Plötzlich stürzt ein riesiger menschlicher Fuß in einem roten Schuh vom Himmel herab. Der scharfe Absatz zerquetscht den Vater. Der Junge weint bitterlich, aber er fasst sich ein Herz. Er hebt seine eigene Kugel auf und rollt sie weiter den Betonweg entlang zum Strand.
Eine fliegende Ameise namens Marina landet auf einem Steinwall. Sie versteckt sich im Küstengebüsch und feilt sich mit einer gewöhnlichen Feile die Flügel ab. Die fehlenden Flügel behindern sie bei der Partnersuche. In einer dunklen Videothek im Keller sieht Marina fasziniert einen französischen Liebesfilm. Inspiriert von dem Film gräbt sie ein tiefes Loch in die feuchte Erde neben den Garagen. Auf dem Markt gerät Marina mit einer anderen Ameise in einen heftigen Kampf um verdorbenes Gemüse, besiegt ihre Rivalin und nimmt die Beute an sich. Nachts schleicht sie sich in eine Pension. Clever stiehlt Marina einen Vorhang vom Fenster, um es sich gemütlich zu machen.
Mitya, ein Nachtfalter, fliegt zum Licht einer Tanzfläche. Er lässt sich auf einer Bank nieder und beobachtet die Tanzenden. Mitya bemerkt ihre leblosen, automatischen Bewegungen zur Musik. Er zieht sich in die Dunkelheit zurück und trifft einen anderen Nachtfalter, Dima. Langsam schlendern sie am Strand entlang. Dima beweist Mitya, dass das verführerische Licht der Tanzfläche nur Schein ist. Um seine Behauptung zu untermauern, löscht Dima auf magische Weise die Straßenlaternen. Mitya bleibt in der Dunkelheit zurück und sinniert über das Wesen des Lichts.
Tragödien der Insekten
Sam und Arthur sitzen in einem Sommercafé an einem Tisch. Die junge, unschuldige Natasha setzt sich zu ihnen. Plötzlich taucht der betrunkene Arnold mit Sams vergessenem Koffer auf. Arnold beginnt, Natasha grob zu beleidigen. Arthur greift ein und schlägt Arnold mit einer halb leeren Champagnerflasche auf den Kopf. Sam und Natasha entkommen der Schlägerei auf der Landstraße. Sie halten ein altes Taxi an. Der Fahrer beklagt sich über sein hartes Leben. Sam trinkt heimlich sein Blut durch die graue Rückenlehne. Das Paar spaziert zu einem wilden, felsigen Ufer.
Eine rote Ameise gräbt einen breiten Gang in Marinas unterirdischen Bau. Es ist der strenge Major Nikolai, in einem langen Mantel und mit einem Knopfakkordeon. Nikolai wird schnell Marinas Ehemann. Er führt seine Frau durch einen schmalen Durchgang in das verschneite Opernhaus von Magadan. Während einer Aufführung stürzt Nikolai versehentlich auf die Teppichstufen und verliert das Bewusstsein. Seine Kameraden stürzen sich sofort auf ihn und fressen ihn bei lebendigem Leib. Marina kann nur ein schwarzes Knopfakkordeon und zwei abgetrennte, in Zeitungspapier gewickelte Beine mit nach Hause nehmen.
Mitya und Dima fliegen hoch über den Klippen. Eine riesige Fledermaus verfolgt sie. Mitya gerät in Panik und versteckt sich in einer Felsspalte, doch die Fledermaus versucht, ihn mit ihren Krallen zu erreichen und stößt einen schrillen Pfiff aus. Dima rät Mitya, kein Geräusch mehr zu machen, das das Raubtier mit seinem Sonar auffängt. Mitya lenkt seine Aufmerksamkeit ab und entdeckt, dass er in Wirklichkeit ein Glühwürmchen ist. Seine Hände beginnen hellblau zu leuchten. Die Fledermaus verliert ihre Beute augenblicklich aus den Augen und fliegt in die Dunkelheit davon.
Arthur und Arnold besuchen das Blutspendezentrum eines alten Insekts namens Archibald. Archibald ernährt sich ständig von konserviertem Blut aus Glasampullen. Seine Freunde überreden ihn, seine Jugend wieder aufleben zu lassen und über das Meer zu fliegen. Der alte Mann willigt ein, ermüdet aber schnell und verliert in den Wellen seine Kräfte. Zufällig entdeckt er Sam und Natasha auf einem flachen Felsen. Gierig stürzt Archibald herab und beißt Natasha in den Oberschenkel. Reflexartig schlägt Sam ihm auf den Fuß und tötet die alte Mücke. Arthur und Arnold beobachten den Tod ihres Kameraden vom Deck eines vorbeifahrenden Bootes aus.
Leben im Mist und im Boden
Die beiden Marihuana-Käfer Nikita und Maxim rauchen Marihuana. Nikita zeigt Maxim das getrocknete Pflanzenmaterial durch eine Lupe. Grüne Insekten verstecken sich im Gras. Plötzlich erschrecken die Freunde vor einem Polizeijeep auf der Autobahn. Sie fliehen und verstecken sich in einem breiten Betonrohr auf einer verlassenen Mülldeponie. Plötzlich wird das Rohr mit Holzplanken verstopft. Ein starker Wind zieht unerträglich heißen Rauch hinein. Nikita und Maxim erkennen, dass jemand sie zu einer riesigen Zigarette gerollt hat und sie gerade anzündet. Eine himmlische Stimme fordert sie auf, ihre Angst zu vergessen.
Sam und Natasha suchen an einer gläsernen Bushaltestelle Schutz vor dem Regen. Sam gibt einer jungen Fliege etwas starkes Marihuana zum Rauchen. Sie gehen zu Natashas Wohnung, in ein enges, feuchtes Zimmer. Hinter einem gelben Vorhang sitzt Natashas Mutter und liest lautstark einen kritischen Artikel über das Werk von Arkadi Gaidar. Sam und Natasha lieben sich, während ihre Mutter lautstark deklamiert. Die grüne Fliege bittet darum, nach Amerika mitgenommen zu werden. Sam überlegt kurz und beschließt, seine flüchtige Bekanntschaft nicht mitzunehmen.
Mitya fliegt durch dichtes Nachtgras. Er sieht einen verrotteten, glühenden Baumstumpf. Ein riesiger, bunter Insektenschwarm kriecht auf den Baum zu und verehrt blind seinen Verfall. Dima führt Mitya fort, zu einem verlassenen Steinbrunnen. Mitya stürzt ab. Während seines langen Falls sieht er sein ganzes Leben wie einen Stapel Pappkreise. Er spürt die Unendlichkeit der Zeit in einem einzigen flüchtigen Augenblick. Dima zieht Mitya zurück auf die Oberfläche des Felsenbergs.
Eine Zikadenlarve namens Seryozha gräbt wie besessen einen unterirdischen Tunnel. Ihr ganzes langes Leben verbringt sie in der dunklen Erde. Sie geht arbeiten, zeichnet Pläne auf einem Zeichenbrett, verwandelt sich schließlich in eine Kakerlake und findet feuchte Geldbündel. Seryozha gräbt ein amerikanisches Visum aus und gräbt einen Tunnel direkt unter dem Meer. In New York kehrt sie zurück, um in einem Büro zu arbeiten, kauft ein Haus und altert unaufhaltsam. Seryozha gräbt sich bis zur unterirdischen Bar „Paradies“ hinunter. Sie durchbricht die Decke und taucht auf der Krim wieder auf. Ihr wachsen Flügel, und sie singt freudig ihr Zikadenlied.
Finale an der Küste
Marina lebt in einem verschlossenen Bau und wird unglaublich fett. Sie frisst Nikolais Beine, die er vom Theater mitgebracht hat, und legt große weiße Eier. Aus purer Gier verschlingt die Mutter ihre eigenen, noch nicht ausgewachsenen Kinder. Nur eine Larve überlebt – Natasha. Sie wird gerettet, indem sie schnell ihren eigenen Bruder frisst. Die Tochter lernt, das Akkordeon ihres Vaters zu spielen. Natasha spinnt einen Kokon unter der Decke der engen Zelle. Dann schlüpft sie als vulgäre grüne Fliege in einem kurzen, glänzenden Kleid. Sie widersetzt sich den Plänen ihrer Mutter, gräbt sich mit einer Schaufel einen Weg nach oben und fliegt in die Freiheit.
Dima überbringt Mitya eine schreckliche Nachricht. Eine kalte, blaue Leiche nähert sich ihm. Es ist Mityas früheres Ich. Das sterbende Wesen packt Mitya am Hals. Sie ringen erbittert am Rande einer gefährlichen Klippe. Mitya betrachtet sein Ebenbild mit neuem, magischem, blauem Blick. Das aggressive Wesen verwandelt sich in einen riesigen Dungball. Mitya zieht seine Hände aus dem Dung und stößt den Ball von einer hohen Klippe in das tosende Meer. In den Tiefen einer dunklen Höhle findet er einen alten Spiegel in einem schweren Holzrahmen.
Sam und Arnold sind eifrig dabei, Pläne für den Autokauf mit Fremdwährung zu besprechen. Ein kleiner Junge rennt mit einem Kackhaufen auf sie zu. Er bittet darum, an die Tische des Straßencafés kommen zu dürfen. Sam rennt panisch zum Restaurant. Er sieht Natasha regungslos. Eine Fliege klebt fest an einem gelben Fliegenpapier auf einem Holztisch. Natasha liegt im Sterben und fleht Sam an, ihrer Mutter die bittere Wahrheit nicht zu sagen. Die unhöfliche Kellnerin reißt das Fliegenpapier ab und wirft es angewidert in den Essensabfall. Ein leuchtender Falter fliegt an einer roten Seeameise vorbei, lässt eine wunderschöne Schuppe von seinem Flügel fallen und verschwindet für immer in der Nacht.
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