Eine Zusammenfassung von „Das letzte Opfer“ von Alexander Ostrovsky
Dieses Buch ist eine tiefgründige Gesellschaftskomödie aus dem Jahr 1877. Die Handlung dreht sich um die junge, wohlhabende Witwe Julia Tugina. Ihre blinde Liebe zu einem leichtfertigen Lebemann droht sie zu ruinieren und zerstört ihre Illusionen. Alexander Ostrowski zeichnet meisterhaft ein Bild der Sitten des Moskauer Kaufmannslebens. Aufrichtige Gefühle werden oft Gegenstand banaler Verhandlungen, und finanzielle Erwägungen verdrängen leicht die grundlegende Menschlichkeit.
1975 wurde das Theaterstück von Regisseur Pjotr Todorowski erfolgreich als abendfüllender Spielfilm adaptiert. 1982 schuf Michail Kosakow das Fernsehspiel „Die Treuhänder“, das auf derselben Geschichte basiert.
Die junge Witwe Julia Pawlowna Tugina lebt zurückgezogen in einer luxuriösen Wohnung. Ihre entfernte Verwandte Glafira Firsowna besucht sie oft. Die ältere Dame dient ihr als informelle Ratgeberin und vertraute Vermittlerin in verschiedenen Angelegenheiten. Glafira Firsowna berichtet Julia von einem Besuch des wohlhabenden und angesehenen Kaufmanns Flor Fedulych Pribytkow. Der angesehene Mann ist sehr an der jungen Witwe interessiert und bereit, ihr treuer Gönner zu werden. Julia ist völlig von ihren Gefühlen für Wadim Grigorjewitsch Dulchin eingenommen. Sie gibt ihm regelmäßig enorme Summen Geld, die er zynisch in Clubs verspielt oder leichtfertig für zweifelhafte Vergnügungen ausgibt.
Bald darauf erscheint Dulchin selbst, selbstsicher und gelassen. Vadim beklagt sich unaufhörlich über seine Spielsucht und bittet Julia um eine weitere große Summe. Ihretwegen ist sie bereit, ihr letztes Geld zu opfern. Naiv glaubt sie seinen Versprechen, sich eines Tages zu bessern und sie zu heiraten. Julia Pawlowna gibt ihm ihr gesamtes Bargeld und ist danach praktisch mittellos. Dulchin akzeptiert dies als selbstverständlich. Er empfindet keinerlei Reue.
Dulchin sucht unermüdlich nach neuen Finanzierungsquellen für seine Launen. Er kommt in ein offenes Gespräch über reiche Bräute und erfährt dabei von Irina Lawrowna. Die junge Frau ist die Tochter von Lawr Mironytsch Pribytkow, dem Neffen von Flor Fedulytsch. Wadim Grigorjewitsch beschließt sofort, um sie zu werben. Er hofft auf eine beträchtliche Mitgift und will seine verheerenden finanziellen Probleme im Handumdrehen lösen. Wadim beginnt, Irina mit all seinem Charme und seinen gesellschaftlichen Umgangsformen den Hof zu machen. Das Mädchen wurde streng erzogen, träumt aber insgeheim von romantischer Liebe. Schnell erliegt sie seinem Charme. Julia Pawlowna ahnt nichts von diesen Intrigen. Sie leidet weiterhin und wartet treu auf ihren Geliebten. Ihre Hingabe scheint grenzenlos. Doch dunkle Wolken ziehen über ihrer Zukunft auf.
Flor Fedulych regelt die Angelegenheiten seines sorglosen und leichtlebigen Neffen Lawr Mironych. Flor Fedulych ist ein praktischer und umsichtiger Mann. Lawr Mironych hingegen lebt in Saus und Braus. Er veranstaltet rauschende Empfänge und stellt seinen Reichtum auf jede erdenkliche Weise zur Schau. Seine tatsächliche finanzielle Lage lässt allerdings sehr zu wünschen übrig. Bei einem dieser prunkvollen Empfänge flirtet Dulchin offen mit Irina Lawrowna. Glafira Firsowna, die ebenfalls anwesend ist, beobachtet das Geschehen mit unverhohlenem Interesse. Sie vergnügt sich mit ihren Gästen beim Tratschen.
Flor Fedulych durchschaut Dulchins wahre, egoistische Absichten genau. Er begegnet ihm mit offener Verachtung. Flor durchschaut diesen aalglatten, eitlen Lebemann. Er will nichts mit ihm zu tun haben. Yulia erfährt nach und nach erschreckende Gerüchte über Vadims Verhalten. Sie weigert sich verzweifelt, seinen Verrat zu glauben. Sie sucht nach einer Rechtfertigung für seine grausamen Taten.
Julia Pawlowna wird schmerzlich mit der Wahrheit konfrontiert. Sie erfährt unwiderlegbare Tatsachen: Dulchin betrügt sie dreist mit Irina Lawrowna. Er plant ernsthaft, sie wegen ihres Geldes zu heiraten. Diese Enthüllung trifft die unglückliche junge Frau wie ein Schlag. Ihr wird klar, dass ihre aufrichtige Liebe, ihre grenzenlose Hingabe und ihre ständige Selbstaufopferung mit Füßen getreten wurden. In tiefer Verzweiflung verlangt sie von Wadim eine ehrliche Erklärung. Es folgt eine erschütternde Szene. Dulchin zeigt keinerlei Reue. Zynisch verkündet er seine Pläne. Er ist bereit, die Beziehung ohne zu zögern zu beenden, sollte sie ihn nicht mehr in gleichem Maße finanziell unterstützen können. Beleidigt und gedemütigt trifft Julia Pawlowna eine endgültige Entscheidung. Sie beschließt, diesen niederträchtigen Mann für immer aus ihrem Leben zu verbannen. Julia verbietet ihm kategorisch, ihr Haus zu betreten. Sie verweigert ihm jegliche weitere finanzielle Unterstützung.
Dulchin verliert plötzlich Julias ständige finanzielle Unterstützung. Er gerät sofort in große Not. Seine zahlreichen Gläubiger fordern die sofortige Begleichung ihrer Schulden und drohen ihm mit Schuldgefängnis. All seine Hoffnungen auf eine rettende Ehe mit Irina Lawrowna zerschlagen sich jäh. Das betrügerische Vermögen ihres Vaters, Lawr Mironytsch, kommt ans Licht. Auch er steht kurz vor dem Bankrott.
Der strenge Flor Fedulych weigert sich kategorisch, die Schulden seines verantwortungslosen Neffen zu begleichen. Insbesondere weigert er sich, Irina eine Mitgift zu geben. Vadim Grigorievich steht nun völlig mittellos da. Flor Fedulych sucht die erschöpfte Julia Pawlowna auf. Er bietet ihr edelmütig seine Hand und sein Herz an. Aufrichtig verspricht er ihr Fürsorge, tiefen Respekt und absolute finanzielle Sicherheit. Julia nimmt seinen Antrag an. Sie hat bittere und grausame Erfahrungen gemacht. Endlich versteht sie eine einfache Sache: Wahre Liebe drückt sich nicht in schönen und leeren Worten aus, sondern in Verlässlichkeit, Treue und Verantwortungsbewusstsein. Der bemitleidenswerte Dulchin erfährt von der bevorstehenden Hochzeit. Verzweifelt bittet er Glafira Firsowna, dringend eine Ehe mit der reichen Witwe Pivokurova für ihn zu arrangieren. Naiv hofft er, so seinen Schulden zu entkommen. Vadim eilt hastig und jämmerlich zu einem neuen potenziellen Opfer seiner niederen, geschäftstüchtigen Interessen.
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