Eine Zusammenfassung von Alexander Tschechows „Geheimnisse der Malerei“
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„Die Geheimnisse der Malerei“ ist ein Roman-Drehbuch, das 1999 (15. April – 5. Juli 1999) geschrieben wurde. Das Buch ist wie eine russische Matrjoschka aufgebaut: Ein junger Drehbuchautor schreibt ein Theaterstück über eine Theatergruppe, die eine Geschichte über einen Künstler und sein Modell erfindet und aufführt, und alle drei Realitätsebenen verschmelzen nach und nach miteinander.
Frühling in Nischni Nowgorod
An einem Maiabend sitzen zwei Menschen – ein Mann und eine Frau – in einem Straßencafé auf der Fußgängerzone Bolschaja Pokrowka in Nischni Nowgorod. Sie unterhalten sich über das Ende eines Projekts, das sie gerade abgeschlossen haben, und beschließen dann sofort, etwas Neues zu beginnen: über die Liebe, über Leben und Tod, über menschliche Leidenschaften. Das Gespräch klingt wie die Regieanweisungen für ein noch ungeschriebenes Theaterstück.
Ein Drehbuchautor ohne Handlung
Der 23-jährige Misha lebt allein in einem Junggesellenzimmer voller Bücher und leidet unter einer kreativen Blockade. Sein alter mechanischer „Yatran“ ist verstaubt, und das Blatt Papier bleibt leer. In einem Gespräch mit dem deutlich älteren Regisseur Andrei, der kurz vor seiner Abreise nach Moskau steht, steigt Misha auf das Dach eines Hochhauses mit Blick auf den Zusammenfluss von Oka und Wolga und formuliert dort zum ersten Mal sein Konzept: eine Geschichte an der Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit, in der imaginierte Gefühle real werden.
Noch am selben Abend begegnet Misha in der letzten Straßenbahn der Linie 26 Lena, einem Mädchen mit tannengrünen Augen und einer üppigen blonden Haarpracht. Er springt ihr an der Haltestelle hinterher und begleitet sie nach Hause. Lena schreibt seine Telefonnummer auf ihre Handfläche.
Truppe ohne Zuschauer
Gleichzeitig entdeckt der Leser ein kleines Studiotheater: Vier Schauspieler – Vadim, Sergej, Tanja und Marina – treffen sich abends in einem leeren Zuschauerraum, nur um zu spielen, ohne Publikum und Applaus. Früher spielten sie Stücke von Shakespeare, Brecht und Tschechow; jetzt schreiben sie ihre eigenen. Vadim verkündet: Es wird kein Ende geben, keinen Autor, „wir leben einfach“. Die Schauspieler diskutieren die neu entworfene Handlung – über einen Drehbuchautor und sein Model – und versuchen zu ergründen, wie überzeugend der Held ist und wie die Heldin beschaffen ist.
Sommer
Misha führt Lena ans Werchne-Wolgskaja-Ufer: die Wolga, Bor am anderen Ufer, das Tschkalow-Denkmal. Sie halten Händchen, trinken Bier in einem Straßencafé und lachen über das Kreischen der Möwen. Am Abend lernt Misha Lenas Freundin Vika kennen – eine Psychologin mit funkelnden grauen Augen – und ihren Partner Oleg, einen Mann, der frei von Büroarbeit und, den Andeutungen nach zu urteilen, auch von der Justiz ist.
Diese Treffen finden in den Sommerwochen statt. Lena kommt zu Misha, übernachtet und erzählt ihm von dem Missbrauch, den sie mit fünfzehn Jahren erlitten hat, und dem Verrat ihres Ex-Freundes. Am Morgen verlässt sie sein Haus mit seinem Schlüssel in der Tasche. Die Schreibmaschine klapperte erneut: Die Worte „GEHEIMNISSE DER MALEREI – EIN DREHBUCH“ erschienen auf einem leeren Blatt.
Verrat
Im Herbst bemerkt Misha, dass Lena verschwunden ist. Sie gibt an, ihre Eltern besucht zu haben. Er kommt durchnässt und im strömenden Regen zu Vika. Vika erklärt ihm, dass Lena und Oleg schon lange ein Paar sind; seit ihrer Schulzeit wollten Lenas Eltern ihn verklagen. Sie streiten sich ständig, trennen sich immer wieder, finden aber immer wieder zueinander.
Lena taucht bei Misha auf. Sie weint, beteuert ihre Liebe und wirft Vika Lügen vor. Misha bittet sie zu gehen. Vika erklärt seinen Schmerz schlicht: „Manchmal strahlt so viel Schönheit von innen heraus, ich bin einfach nur erstaunt“, gibt aber zu, dass Oleg Lena fester umarmt.
Schauspieler hinter Glas
In den Theaterszenen diskutieren Vadim und Tanya über die Taten des Helden – er hat das Manuskript zerstört. Tanya beharrt darauf, dass dies einem Mord gleichkomme: Das Geschriebene sei längst nicht mehr nur Text, sondern „ein konkretes Leben, Gefühle, Liebe“. Vadim akzeptiert dies als die Spielregeln. Die Szenen sind durchdrungen von der Frage, wo die Rolle endet und der Mensch beginnt.
Ein Finale ohne Finale
Misha verlässt Nischni Nowgorod mit einem Herbstzug. Draußen vor dem Fenster verschwindet die Stadt langsam in der Dunkelheit: der Kreml, die Brücken, die Lichter der Außenbezirke – und Leere. Die Schauspieler versammeln sich zum letzten Mal. Sergej und Tanja, Wadim und Marina sitzen am Bühnenrand, trinken Bier und unterhalten sich über das Schicksal ihrer Figuren. Wadim fasst den Ausgang zusammen: Sieg, Niederlage, Happy End – all das sind „Bilder auf einer Leinwand“. Die Realität ist nur ein Spiel, das gerade deshalb real wird, weil es ernst gespielt wird.
Die letzte Einstellung zeigt die Werchne-Wolzhskaya-Uferpromenade an einem Herbstmorgen nach dem Regen. Mischa schlendert durch die Stadt und entdeckt Sergej im Clownskostüm mit Luftballons und Wadim auf Rollschuhen mit roter Perücke. Sie stoßen versehentlich mit den Schultern zusammen und gehen ihrer Wege. Die Kamera fährt nach oben, schwenkt über die Stadt, die Flüsse, den Himmel – und blendet dann aus.
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