Techniken zur Darstellung von Hirschen und Waldlandschaften
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Die Darstellung von Hirschen im Wald ist eine komplexe künstlerische Herausforderung, die ein tiefes Verständnis der Tieranatomie, die Beherrschung von Techniken zur Felltexturierung und die Fähigkeit erfordert, atmosphärische Tiefe in der natürlichen Umgebung zu erzeugen. Im Laufe der Jahrhunderte haben Meistermaler spezielle Herangehensweisen an dieses Thema entwickelt, die wissenschaftliche Beobachtung mit künstlerischem Ausdruck verbinden.
2 Techniken zur Darstellung von Fell- und Wolltexturen
3 Farbpalette für die Hirschmalerei
4 Bild von Hörnern
5 Klassische Ölmaltechniken
6 Schule von Barbizon und Waldmalerei
7 Niederländische Schule des Goldenen Zeitalters
8 Impasto-Technik zur Darstellung der Rindenstruktur
9 Atmosphärische Perspektive in Waldszenen
10 Freiluftmalerei im Wald
11 Techniken der nördlichen Renaissance
12 Britische Tiermalerei des 19. Jahrhunderts
13 Grüntöne für einen Wald mischen
14 Ein Bild von geflecktem Licht in einem Wald
Die anatomische Grundlage des Bildes vom Hirsch
Ein fundiertes Verständnis des Skelettbaus und der Muskulatur eines Hirsches ist die Grundlage für eine realistische Darstellung. Der Körper eines Hirsches besteht aus sechs Hauptmuskelgruppen, die die charakteristischen Wölbungen unter Haut und Fell bilden. Diese Muskeln entspringen typischerweise an großen, stabilen Knochen, überqueren mindestens ein Gelenk und setzen an einem weiteren, vom Körperzentrum entfernten Knochen an.
Rentiere stehen auf ihren Hufen. Die Knochen von Fuß und Handfläche sind zu einer einzigen, kräftigen Struktur verwachsen, wodurch die Fersen- und Karpalgelenke hoch über dem Boden liegen. Anders als bei Hunden und Katzen ist der Mittelhandknochen eines Rentiers etwa so lang wie der Unterarm. Die Muskulatur konzentriert sich hauptsächlich in der Körpermitte, wobei die Beine mit jedem Gelenk dünner werden und die Hinterbeine stärker bemuskelt sind als die Vorderbeine.
Techniken zur Darstellung von Fell- und Wolltexturen
Kurzer Sommermantel
Im Sommer ist das Fell der Rentiere glatt, glänzend und warmbraun. Im Winter wird es dicker und nimmt einen matten Grauton an. Bei Tieren mit kurzem Fell sind die einzelnen Haare nicht sichtbar – Künstler konzentrieren sich auf den Gesamteindruck der Haut und fokussieren sich auf die Schatten und Konturen der Muskeln, die durch das Fell hindurchscheinen.
Beim Zeichnen der Konturen fügen Sie feine Striche hinzu, um die Fellstruktur nachzuahmen, insbesondere an Stellen, wo die Haut über Hautfalten verläuft. Wenige kleine Pinselstriche von außen nach innen erzeugen den Eindruck feiner Risse im Fell. Vermeiden Sie dabei einheitliche Strichgrößen und -abstände – das Prinzip der „konsequenten Unregelmäßigkeit“ sorgt für ein natürliches Ergebnis.
Grundton-Sperre
Professionelle Tierzeichner beginnen mit der Darstellung des Fells, indem sie die primären Farbbereiche des Tieres festlegen. Im ersten Schritt werden die dunkelsten Farbpartien in jedem Bereich identifiziert. Verblenden und Texturieren sind in dieser Phase noch nicht erforderlich – es geht darum, eine Basis zu schaffen, auf die das hellere Fell aufgetragen wird.
Für Rot- und Sikahirsche werden ähnliche Grundfarben verwendet, die Unterschiede zeigen sich jedoch in der Mischtechnik. Bei der Untermalung von Sikahirschen wird der Mischung mehr Titanweiß und Titanweiß beigemischt, um einen helleren Ton zu erzielen. Für Rothirsche hingegen kommen deutlich mehr gebrannte und natürliche Umbra zum Einsatz, wodurch die tiefen, satten Farbtöne des Fells hervorgehoben werden.
Farbpalette für die Hirschmalerei
Bei der Darstellung von Rot- und Sikahirschen mit Öl- oder Acrylfarben werden am häufigsten gebrannte Umbra, rohe Umbra, gebrannte Siena, Titanweiß, Lampenschwarz und Titanweiß verwendet. Die Grundfarben beider Maltechniken sind sehr ähnlich; die Unterschiede ergeben sich aus der Art der Pigmentmischung.
Bei der Darstellung der hellen Fellzeichnung von Sikahirschen ist es wichtig, reines Weiß zu vermeiden, um einen realistischen Effekt zu erzielen. Durch das Aufhellen des Weiß mit einer kleinen Menge Titanweiß wirken die Zeichnungen natürlicher. Dasselbe gilt für die helleren Fellpartien an Hals und Bauch.
Dezente Farbübergänge an der Schnauze
Beim Bemalen eines Hirschkopfes ist es wichtig, die verschiedenen Glanzlichter und feinen Farbübergänge im Fell zu erkennen. Das Fell in den Ohren, um die Augen und an der Schnauze ist in der Regel heller. Für diese Bereiche werden dem Farbschema kleine Mengen Titanweiß und Titanbeige beigemischt.
Bild von Hörnern
Strukturierte Geweihe junger Hirsche
Beim Malen von Nahaufnahmen junger Hirschgeweihe empfiehlt es sich, einen leicht ausgefransten Rundpinsel zu verwenden und die Oberfläche mit einem leichten Pinselstrich zu strukturieren. Vor dem Auftragen der Strukturfarbe ist es wichtig, eine gleichmäßige Grundierung zu schaffen. So kann man eine leicht strukturierte Schicht darüber auftragen, anstatt den gewünschten Struktureffekt in einem Zug zu erzielen. Ist das Motiv klein oder weit entfernt, ist diese Strukturierung möglicherweise nicht notwendig.
Ausgewachsene Geweihe
Bei der Bearbeitung von ausgewachsenen Geweihen ist das Vorgehen etwas anders. Zunächst wird eine sanft verlaufende Grundierung aufgetragen, wobei die Hauptfarben des Geweihs hervorgehoben und die verschiedenen Farbübergänge beachtet werden. Die Enden sind in der Regel etwas heller als der Rest des Geweihs.
Klassische Ölmaltechniken
Unterlackierungssystem
Die traditionelle Technik beginnt mit der Übertragung einer Kompositionsvorlage auf die Leinwand, gefolgt vom Auftragen mehrerer Schichten Ölfarben und Malmittel. Die Untermalung legt die Grundformen und -farben fest und schafft so die Grundlage für die nachfolgenden Farbschichten.
Viele Tiermaler verwenden eine tonale Untermalung mit verdünnter gebrannter Umbra. Nach dem Zeichnen der Tierkontur wird diese mit Pastellfixativ fixiert. Diese tonale Untermalung hilft, Volumen und Form vor dem Farbauftrag festzulegen.
Bei der Verwendung von Acryl-Untermalung für Ölgemälde markieren Künstler oft zunächst dunkle Bereiche mit Acrylfarbe, beispielsweise die Flecken eines Leoparden oder die Zeichnung eines Hirsches, um diese beim Auftragen der tonalen Untermalung und beim Tönen der Leinwand nicht zu verlieren. Die Flecken und Zeichnungen deuten die Form und Struktur des Tierkörpers an.
Glasurtechniken alter Meister
Die Lasurtechnik bezeichnet das Auftragen dünner, transparenter Farbschichten, um subtile Farbeffekte und Farbtiefe zu erzielen. Meister wie Caravaggio und Vermeer nutzten mehrschichtige, transparente Lasuren, um Tiefe, Volumen und eine außergewöhnliche Farbpalette zu schaffen.
Die meisten Künstler dieser Epoche experimentierten mit Schichttechniken, beispielsweise mit Zinnober, Rotlack, Krapp oder Cochenille. Diese Pigmente waren von Natur aus transparent. Viele Künstler trugen in den unteren Farbschichten sehr deckende Farben auf, indem sie Erdpigmente oder Zinnober verwendeten und so eine dichte, deckende Untermalung schufen. Diese Farben wurden geschichtet, trocknen gelassen und anschließend in den oberen Schichten meist transparent aufgetragen.
Tizian nutzte die Lasurtechnik, die seit fünf Jahrhunderten bewundert wird, ausgiebig. Reines Gelb, Rot und Schwarz wurden zu gleichen Teilen mit Weiß gemischt und dann Schicht für Schicht aufgetragen. Die Farbe wurde großzügig mit einem Lasurmittel verdünnt und in dünnen, transparenten Schichten auf die gesamte Oberfläche aufgetragen.
Velatura-Technik
Velatura ist eine durchscheinende Farbauftragstechnik, die sich von der vollständig transparenten Lasur unterscheidet. Jedes reine Pigment wurde mit gleichen Teilen Weiß abgetönt und dann Schicht für Schicht aufgetragen, wodurch wolkige, durchscheinende Schichten entstanden.
Schule von Barbizon und Waldmalerei
Die Pleinair-Malerei-Revolution
Die Schule von Barbizon, die von etwa 1830 bis 1870 aktiv war, benannte sich nach dem Dorf Barbizon am Rande von Fontainebleau, wo sich die Künstler trafen. Die meisten ihrer Werke waren Landschaften, mitunter auch Darstellungen von Landarbeitern und Genreszenen aus dem Dorfleben. Zu den prägnantesten Merkmalen dieser Schule zählten die Tonwerte, die Farbigkeit, der freie Pinselstrich und die Weichheit der Formen.
Ein Gemälde vollständig im Freien anzufertigen, war eine revolutionäre Technik. Die Künstler von Barbizon nutzten sie, um die Landschaft als Ganzes bestmöglich darzustellen, anstatt sich auf ihre einzelnen Elemente zu konzentrieren. Diese Praxis führte auch dazu, dass die Maler von Barbizon kleinen Details weniger Bedeutung beimaßen.
Die Maler von Barbizon entwickelten Constables freien Pinselstrich weiter und experimentierten mit verschiedenen Techniken, darunter das Auftragen mehrerer Farbschichten auf noch feuchte Farbe und das Fertigstellen einer Leinwand in einer einzigen Sitzung. Viele arbeiteten mit starkem Fokus auf freie Pinselstriche und einen persönlichen Stil, im Gegensatz zur traditionellen akademischen Malerei.
Abbildung von uralten Eichen
Rousseau schilderte die Szenen ausdrucksstark. Mit einer Palette aus Grüntönen und pastosem Farbauftrag schuf er eine intensive Farbtiefe und ein komplexes Spiel von Licht und Schatten, das eine dunklere, geheimnisvollere Seite des Waldes andeutet. Die menschliche Gestalt in einem kleinen Sonnenfleck wird leicht übersehen, was die flüchtige und unbedeutende Präsenz des Menschen inmitten der uralten Bäume unterstreicht.
Corot schuf eine beinahe fotografische Wiedergabe der Natur. Die Farben der Erde, die rauen Baumstämme und ihr präzises Laubwerk zeichneten sich durch eine beinahe fotografische Genauigkeit in ihrer Darstellung aus.
Niederländische Schule des Goldenen Zeitalters
Die tonale Phase der Landschaftsmalerei
Die Gemälde der „tonalen Phase“ der niederländischen Landschaftsmalerei zeichneten sich durch die Verwendung einer begrenzten Farbpalette aus, mit der unscheinbare Landschaften dargestellt wurden, darunter Flusslandschaften und Küstendünenlandschaften mit sandigem Boden, spärlicher Vegetation und verstreuten menschlichen Siedlungen.
Die verwitterten Bäume wurden als Hauptfiguren dargestellt, wodurch ihre Vanitas-Symbolik hervorgehoben wurde. Die Bedeutung der müßigen, sich unterhaltenden Gestalten war ebenso klar; vielleicht ließ sich die Interpretation des Horizonts als Ende des Lebens auf ein solches Panorama anwenden. Der Reisende, der mit dem Rücken zum Betrachter den Hügel hinabsteigt, könnte durchaus ein Pilger sein, der sich der Kirche in der Ferne links nähert.
Ruisdaels innovative Technik
Jan van Ruisdael nutzte eine innovative Technik, bei der er die Farbe in dicken Schichten auftrug, um Licht- und Schattenspiele zu erzeugen und so einen Eindruck von Tiefe und üppiger Vegetation zu vermitteln. Gleichzeitig griff er auf wissenschaftliche Beobachtungen zurück, um botanisch identifizierbare Bäume darzustellen.
Ruisdaels Landschaftsradierungen wurden ebenfalls bewundert und hatten einen nachhaltigen Einfluss auf die spätere Landschaftsmalerei. Die präzise Beobachtung der detailgetreu wiedergegebenen Orte, verbunden mit ihrer Leuchtkraft, sollte spätere Künstler wie John Constable und die Schule von Barbizon maßgeblich prägen.
Impasto-Technik zur Darstellung der Rindenstruktur
Die Impasto-Technik besteht darin, Farbe in dicken Schichten aufzutragen, um eine strukturierte Oberfläche und eine ausgeprägte Textur zu erzeugen. Bei der Darstellung von Baumrinde wird zunächst eine Mischung aus schwarzen und weißen Pigmenten hergestellt, um einen Grauton zu erhalten, der anschließend mit einer großzügigen Menge Impasto-Medium vermischt wird.
Diese Mischung wird dick auf die gesamte Holzoberfläche aufgetragen und erzeugt so einen pastosen Farbauftrag. Durch die großzügige Verwendung des Mediums entsteht eine deutlich strukturierte Oberfläche. Mit einem Malmesser lassen sich präzise pastose Striche ziehen. Ölpastelle eignen sich dank ihrer öligen Konsistenz ebenfalls hervorragend, um Tiefe und eine pastose Textur zu erzeugen. Durch das Schichten und Aufbauen entstehen leuchtende Farben.
Atmosphärische Perspektive in Waldszenen
Veränderung der Tonalität und Farbsättigung
Die atmosphärische Perspektive manipuliert Tonwerte, Farbsättigung und Farbtemperatur, um in einer Szene Tiefe zu simulieren. Durch die Anpassung dieser Elemente lässt sich die Illusion von Tiefe und Distanz verstärken.
Bäume wirken in der Regel plastischer, wenn das entfernte Laub blasser, bläulich und weniger nuanciert ist. Für das äußerste Laub kann nur ein heller Blauton verwendet werden. Mit zunehmender Entfernung wird das Laub heller und grüner. Das Grün kann dann weiter aufgespalten werden, um einen noch stärkeren Kontrast zum nahen Laub zu erzeugen. Rot wird hinzugefügt, um die Schatten abzudunkeln, und Gelb für die Lichter.
Die atmosphärische Perspektive ermöglicht es Ihnen, die Tiefenwirkung zu steuern. Sie können die Entfernung eines Objekts durch die Anpassung der Farbtöne im Vorder- und Hintergrund bestimmen.
Farbtemperatur und Lufttrübung
Die Farbanpassung simuliert die Lichtstreuung beim Durchgang durch die Atmosphäre. Dadurch entsteht ein Übergang von hellen Tönen am Horizont zu dunkleren Tönen in der Nähe des Betrachters, was den Tiefeneindruck verstärkt.
Durch die Verwendung kühlerer und hellerer Farbtöne lässt sich die Distanz wirkungsvoller darstellen, indem die Wirkung der atmosphärischen Perspektive auf die Farbwahrnehmung genutzt wird. Der Kontrast zwischen wärmeren und kühleren Farben innerhalb der Komposition verstärkt den Eindruck von Tiefe zwischen Vorder- und Hintergrund.
Atmosphärische Effekte werden simuliert, indem entfernte Objekte aufgrund der Lichtstreuung und der in der natürlichen Umgebung vorhandenen Luftpartikel bläulich erscheinen gelassen werden. Geringfügige Verschiebungen der Farbtemperatur können die wahrgenommene Tiefe erheblich beeinflussen.
Freiluftmalerei im Wald
Grundierung der Leinwand und erste Skizze
Bei der Freilichtmalerei grundieren viele Künstler die Leinwand mit natürlicher Umbra und schaffen so eine warme, mitteltonige Basis für ihr Werk. Das Werk beginnt mit einer Skizze des Hauptbaums im Vordergrund, der im Zentrum der Komposition platziert werden kann.
Arbeiten von entfernten zu nahen Plänen
Beim Malen eines Waldgebüschs empfiehlt es sich, vom Hintergrund zum Vordergrund vorzugehen. Zuerst die Grundfarben mit einer leichten Nass-in-Nass-Technik auftragen, dann ein bis zwei Schichten undefinierter Bäume und Sträucher, bevor man sich den Details im Vordergrund widmet.
Indem Sie ein Objekt wählen, das sich bereits vom Hintergrund abhebt, können Sie eine gelungene Komposition schaffen. Überlegen Sie sich, was in der Szene wichtig ist, und stellen Sie es entweder ausschließlich dar oder rücken Sie die übrigen Hintergrundebenen in den Hintergrund, sodass die Kanten weicher und der Kontrast insgesamt geringer bzw. dunkler oder heller als beim Fokuspunkt gestaltet sind.
Beobachtung von Licht und Atmosphäre
Besonderes Augenmerk muss darauf gelegt werden, wie das Licht durch das Blätterdach der Bäume fällt oder wie Schatten auf den Waldboden fallen. Farbtemperatur und Kontrast vermitteln Zeit und Stimmung.
Um Textur und Tiefe zu erzeugen, werden Trockenpinseltechniken, gebrochene Farben oder ein Spachtel verwendet, um Rinde, Blätter und entferntes Laub darzustellen. Wichtig ist, eine freie Hand zu bewahren und sich darauf zu konzentrieren, ein Gefühl für den Ort zu vermitteln, anstatt jedes einzelne Detail abzubilden.
Techniken der nördlichen Renaissance
Ölmalerei und Schichttechnik
Künstler der nördlichen Renaissance entwickelten ausgefeilte Ölmaltechniken. Die langsame Trocknungszeit der Ölfarbe ermöglichte im Gegensatz zu schneller trocknenden Medien wie Eitempera ein sanftes Mischen und subtile Übergänge zwischen Licht und Schatten.
Die Technik, dünne, durchscheinende Schichten, sogenannte Glasuren, aufzutragen, verlieh den Werken Tiefe und Leuchtkraft. Meister wie Jan van Eyck nutzten feine Pinsel und sorgfältige Schichtung, um Details wie Juwelen, Stoffe und Spiegelungen mit bemerkenswerter Präzision darzustellen.
Ein weißer Kreidegrund auf den Holztafeln half, das Licht durch die Ölschichten zu reflektieren und die Farben dadurch lebendiger und leuchtender wirken zu lassen. Die Künstler grundierten die glatten Eichentafeln weiß und fertigten anschließend eine detaillierte Vorzeichnung an, bevor sie die Ölfarben in mehreren Schichten auftrugen. Dieses Verfahren ermöglichte Korrekturen während des Arbeitsprozesses und sorgte so für Schärfe und Klarheit im gesamten Gemälde.
Grisaille-Technik
Nach dem Skizzieren und Vorbereiten der Platte wurde die Kontur mit Kohle vorgezeichnet und anschließend mit leichten Tuschelasuren verstärkt. Darauf aufbauend wurde die Grundierung erstellt. Die Grisaille-Schicht musste vollständig trocknen, bevor weitere Schichten aufgetragen werden konnten. Nach dem Trocknen konnte die Nass-in-Nass-Technik angewendet oder Lasuren hinzugefügt werden.
Durch das dezente Hinzufügen von Grau zu den Schattenpartien des Gesichts, mit einem trockenen Pinsel verblendet, wurde die Gesichtskontur allmählich herausgearbeitet. Dieselbe Methode wurde am Hals angewendet. Es wurde nur sehr wenig Schwarz verwendet. Nach dem Auftragen der ersten Schatten wurde das Grau zunächst mit einem fast trockenen und anschließend mit einem weichen, trockenen Pinsel verblendet.
Britische Tiermalerei des 19. Jahrhunderts
Edwin Landseers Technik
Edwin Landseer entwickelte eine eindrucksvolle Technik, Tiere mit dramatischer Kraft darzustellen. Seine Interpretation des Tierlebens zeichnete sich durch schlichte Direktheit und eine poetische, figurative Qualität aus. Er besaß eine meisterhafte Pinselführung und erreichte eine außergewöhnliche Meisterschaft in der Wiedergabe von Texturen.
Der Glanz des Fells der Tiere zeugt von Landseers meisterhafter Technik, etwa im ausgewogenen Verhältnis zwischen Untermalung und Lichtern bei der Löwin oder den unter dem Deckhaar der beiden Leoparden sichtbaren Flecken. Seine Fähigkeit, ein subtiles Gleichgewicht zwischen Grundierung und Deckschicht zu schaffen, erzeugte die Illusion von Volumen und realistischem Fell.
Profilbild und Idealisierung
Im 19. Jahrhundert hatten Viehhalter sehr genaue Vorstellungen davon, wie Tiere dargestellt werden sollten. Sie verlangten, dass die Tiere im Profil abgebildet wurden, damit Größe, Proportionen und Schönheit des Tieres voll zur Geltung kamen. Von Tiermalern dieser Zeit wurde erwartet, dass sie die besten Merkmale des Tieres hervorhoben – einen wohlgeformten Kopf und Knochenbau, einen schlanken, geraden Rücken und eine wohlgeformte Hinterhand.
Grüntöne für einen Wald mischen
Waldgrün-Farbtheorie
Im traditionellen RYB-Farbkreis liegt Grün Rot gegenüber. Sekundärfarben wie Grün entstehen durch das Mischen zweier Primärfarben, die jeweils links und rechts davon liegen. Waldgrün benötigt mehr Blaupigment als Gelbpigment.
Ein höherer Blauanteil erzeugt ein tieferes, dunkleres Grün. Zu viel Gelb verschiebt die Farbe ins Chartreuse- oder Limonengrün. Das richtige Verhältnis von überwiegend Blau mit etwas Gelb ergibt ein sattes Smaragdgrün, das an Waldlaub erinnert.
Praktische Pigmentkombinationen
Folgende Farbkombinationen eignen sich gut für Farben: Phthaloblau oder Preußischblau mit Gelboxid, Ultramarin mit Kadmiumgelb und Ceruleanblau mit Zitronengelb. Phthaloblau und Preußischblau haben tiefere grünblaue Untertöne. In Kombination mit dem wärmeren Gelboxid entsteht ein besonders sattes Waldgrün.
Ultramarin ist etwas rötlicher und heller als Phthaloblau. Durch die Zugabe von reinem Kadmiumgelb entsteht ein leuchtendes, kräftiges Waldgrün. Ceruleanblau hat mehr Grüntöne als Ultramarin. Mit blassem Zitronengelb ergibt es ein sanftes Waldgrün, das an Meerschaum erinnert.
Ein Bild von geflecktem Licht in einem Wald
Beim Malen mit dem durch das Blätterdach des Waldes fallenden, nutze ich die dunklen Farben des Laubs – die Schattenpartie. Da sich am Waldboden um die Baumstämme herum viel Laub befindet, beginne ich mit den Schattenwerten und verteile sie auf der Leinwand. Je gleichmäßiger diese verteilt sind, desto harmonischer wirken sie mit dem Rest des Bildes. Anschließend trage ich die hellen, die mittleren Töne auf.
Farben verlieren mit zunehmender Entfernung an Sättigung, besonders deutlich bei Grün- und Gelbtönen. Die Farbpalette muss entsprechend angepasst werden, um eine realistische atmosphärische Perspektive zu vermitteln. Die Nutzung von Landschaftsformen und Flussläufen als natürliche Orientierungshilfen lenkt den Blick des Betrachters und schafft eine dynamische Komposition.
Die Kunst, Hirsche und Waldszenen darzustellen, erfordert eine Synthese aus anatomischen Kenntnissen, technischer Virtuosität und einem tiefen Verständnis natürlicher Phänomene wie Licht und Atmosphäre. Die traditionellen Methoden der alten Meister sind nach wie vor relevant und bieten bewährte Ansätze, um Fellstruktur, räumliche Tiefe und die subtilen Farbnuancen der Natur wiederzugeben.
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