Pastellmaltechnik auf Papier
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Pastellkreide nimmt unter den künstlerischen Medien eine Sonderstellung ein, da sie die Eigenschaften von Zeichnung und Malerei vereint. Dieses Medium besteht aus reinem Pigment mit einem minimalen Anteil an Bindemittel und ermöglicht so eine Leuchtkraft und Farbsättigung, die mit anderen Techniken nicht zu erreichen ist. Das Arbeiten mit Pastellkreide auf Papier erfordert spezifische Kenntnisse über Materialien, Untergründe und Anwendungstechniken.
2 Pastellpapier
3 Techniken zum Auftragen und Arbeiten mit Pastellkreiden
4 Fixierung und Stabilisierung
5 Dunkle Farbtöne erzielen
6 Historische Entwicklung der Technologie
7 Lagerung und Konservierung
8 Zeitgenössische Pastellmalerei
9 Kombinierte Techniken
10 Pigmente in Pastellkreiden
Zusammensetzung und Herstellung von Pastellkreiden
Pastellkreiden bestehen aus fein gemahlenen Pigmenten, einem weißen Füllstoff und einem Bindemittel. Die Basis bildet das Pigmentpulver, dem ein inerter weißer Füllstoff – Calciumcarbonat oder Kaolin – beigemischt wird. Das Bindemittel ist nur in minimaler Menge vorhanden, gerade so viel, dass die Partikel zusammengehalten werden.
Traditionell werden Gummi arabicum oder Tragantgummi als Bindemittel verwendet. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts setzen Hersteller vermehrt auf Methylcellulose, die für eine stabilere Konsistenz sorgt. Das Verhältnis der Komponenten bestimmt die Härte der Kreide: Weniger Bindemittel ergibt eine weichere Pastellkreide mit intensiver Farbe, während mehr Bindemittel eine härtere Pastellkreide für detaillierte Arbeiten ergibt.
Bei der Herstellung handgemachter Wachsmalstifte wird Tragantgummi im Verhältnis 1:30 mit Wasser vermischt, wodurch eine gelartige Masse entsteht. Diese wird dem Pigment beigemischt, sodass eine pastenartige Konsistenz entsteht. Anschließend wird die Masse zu Stiften gerollt und 24 bis 48 Stunden getrocknet. Da verschiedene Pigmente unterschiedliche Mengen an Bindemittel benötigen, entwickelt jeder Hersteller seine eigene Rezeptur.
Die Kreiden müssen fest genug sein, um sie mit den Fingern greifen zu können, aber dennoch bei Berührung zerbröseln. Diese fragile Struktur verleiht Pastellbildern ihre charakteristische samtige Qualität.
Arten von Pastellfarben
Weiche Pastellkreiden enthalten die maximale Menge an Pigmenten und ein Minimum an Bindemittel, wodurch satte, leuchtende Farben entstehen. Sie lassen sich leicht auftragen und verblenden, müssen aber fixiert werden. Harte Pastellkreiden enthalten mehr Bindemittel und ermöglichen so präzise Linien und feine Details ohne nennenswertes Abbröckeln.
Ölpastelle haben eine grundlegend andere Zusammensetzung – die Pigmente sind mit Öl oder Wachs gebunden, nicht mit wasserlöslichem Gummi. Dieses Material erzeugt eine dichtere Textur und muss nicht fixiert werden, ist aber weniger leuchtend als trockene Pastellkreiden.
Pastellpapier
Die Wahl des Malgrundes ist für das Gelingen des Werkes entscheidend, da Pastellkreide ausschließlich mechanisch haftet – die Pigmentpartikel setzen sich in der Papierstruktur fest. Die Oberfläche muss ausreichend rau sein, um das Pulver aufzunehmen und zu halten.
Oberflächeneigenschaften
Die Papierstruktur bestimmt, wie viele Pastellschichten aufgetragen werden können. Glattes Papier mit geringer Körnung nimmt weniger Schichten auf, was das Korrigieren von Fehlern und das Schichten von Farben erschwert. Solche Oberflächen eignen sich für detailreiche Arbeiten und hyperrealistische Bilder.
Papier mit einer hohen, groben Körnung ermöglicht das Auftragen mehrerer Farbschichten. Beim Ausfüllen der Struktur mit Pastellkreide glättet sich die Oberfläche allmählich, sodass in den oberen Schichten über dem rauen Untergrund feine, zarte Striche aufgetragen werden können.
Papierarten
Traditionelles Pastellpapier besitzt eine charakteristische Textur, die oft im Herstellungsprozess entsteht. Samtpapier ist mit kurzen Fasern beschichtet, wodurch eine samtige Oberfläche entsteht, die viel Pigment aufnimmt. Schleifpapier für Pastellkreiden hat eine raue Oberfläche, die das Pigment von der Kreide abkratzt und so eine dichte Farbschicht bildet.
Aquarellpapier eignet sich aufgrund seiner strapazierfähigen Textur hervorragend für Pastellmalerei. Seine raue Oberfläche nimmt Pigmente gut auf und hält auch intensiver Bearbeitung stand. Leinwand, Karton und Holzplatten können bei entsprechender Vorbereitung ebenfalls als Malgrund dienen.
Grundfarbe
Während der Renaissance machten norditalienische Zeichner blaues Papier, das mit natürlichen Pigmenten gefärbt war, populär. Seine raue Textur hielt die Pigmente gut fest, und die Farbe diente als Mittelton, aus dem die Künstler chromatische Kontraste, Lichter und Schatten erzeugten.
Im 18. Jahrhundert verwendeten Künstler aufgrund der leicht rauen Textur bemalter Blätter fast immer blaues oder graues Papier. James McNeill Whistler bevorzugte braunes Papier unterschiedlicher Qualität, von feinstem Papier bis hin zu grobem Packpapier. Das Braun lieferte die Mitteltöne, und der Künstler setzte mit Pastellkreide Lichter und mit schwarzer Kreide Schatten.
Zeitgenössische Künstler arbeiten auf Papier in verschiedenen Farbtönen. Eine farbige Grundierung spart Zeit, da sie einen vorgefertigten Mittelton liefert und die visuelle Wirkung des Werkes verstärkt. Der Kontrast zwischen leuchtenden Pigmenten und getöntem Papier verleiht der Komposition zusätzliche Ausdruckskraft.
Techniken zum Auftragen und Arbeiten mit Pastellkreiden
Pastellkreide wird aufgetragen, indem man den Stift direkt auf das Papier setzt. Man verwendet die Seite für breite Striche oder die Spitze für Linien und Details. Für jeden Farbton benötigt man einen separaten Stift, da Pastellfarben, anders als Ölfarben, nicht auf der Palette gemischt werden können. Künstler verwenden Hunderte verschiedener Farbtöne, um eine große tonale Vielfalt zu erzielen.
Schraffur und Richtungsstriche
Parallelschraffuren erzeugen Tonwerte und Texturen ohne Farbverläufe. Kreuzschraffuren, bei denen sich Linien in unterschiedlichen Winkeln überlappen, verstärken die Farbsättigung und erzeugen einen optischen Farbverlauf. Diese Technik bewahrt die Reinheit der einzelnen Farben und ermöglicht deren visuelle Interaktion.
Durch das Verblenden mit kurzen, gezielten Pinselstrichen entstehen Farbschichten und Texturen. Diese Technik eignet sich besonders gut zur Darstellung von Fell, Haaren und anderen strukturierten Oberflächen. Die Variation von Länge und Richtung der Pinselstriche erzeugt ein natürliches, realistisches Aussehen.
Schattierung
Das Verblenden mit den Fingern ist die intuitivste Methode, um Farbübergänge weicher zu gestalten. Die natürlichen Hautöle helfen, die Pigmente zu glätten und einen sanften, gleichmäßigen Farbverlauf zu erzeugen. Allerdings gelangen bei dieser Methode Öle auf das Papier, was die Haltbarkeit des Kunstwerks beeinträchtigen kann.
Verblendwerkzeuge – Papierpads, Wildlederpads und weiche Pinsel – ermöglichen präzises Arbeiten ohne direkten Hautkontakt. Jedes Werkzeug erzeugt unterschiedliche Grade an Weichzeichnung und Verblendung. Überschüssiges Pigment wird mit einem weichen Pinsel entfernt oder abgepustet.
Betrug
Beim Scambling wird Pastellkreide leicht über eine bestehende Farbschicht gezogen, sodass die darunterliegende Farbe durchscheint. Dadurch entsteht ein strukturierter, gebrochener Farbeffekt, der dem Bild Tiefe und Interesse verleiht. Die Technik erfordert Fingerspitzengefühl und Experimentierfreude mit verschiedenen Farbkombinationen.
Mehrschichtig
Das Schichten von Farben ist eine grundlegende Technik der Pastellmalerei und ermöglicht die Erzeugung komplexer Farbverhältnisse und Tiefenwirkung. Helle Farben überlagern dunkle Farben mühelos, was einer der Vorteile von Pastellkreide ist. Sobald die Papieroberfläche jedoch mit Pigment gesättigt ist, nimmt ihre Fähigkeit, weitere Farbschichten aufzunehmen, ab.
Edgar Degas entwickelte eine Methode des mehrschichtigen Farbauftrags, bei der er zwischen den einzelnen Schichten Fixativ auftrug. Dadurch konnte er arbeiten, ohne die Farben zu verwischen, und durch das Auftragen mehrerer Schichten Transparenzen und Kontraste erzeugen. Da herkömmliche Fixativa die Farbtöne veränderten, experimentierte der Künstler mit eigenen Kompositionen.
Degas’ Aquarell- und Pastellarbeiten zeichnen sich durch eine Kombination kontrastierender und doch harmonischer Techniken aus. Um eine strukturierte Wandverkleidung darzustellen, kombinierte er grobe Pinselstriche mit Pastellpulver mit fließenden Aquarelllinien. Zuerst trug er vertikale Striche in Purpurrot und hellbraunen Lasuren auf, anschließend übermalte er die Aquarellstriche mit fleckigen, horizontalen Spuren in Blaugrün und Rot-Orange.
Fixierung und Stabilisierung
Das Fixieren von Pastellkreiden zählt nach wie vor zu den größten Herausforderungen dieser Technik. Fixativ ist eine flüssige Lösung, die auf die Oberfläche gesprüht wird, um die Pigmente zu binden. Das Hauptproblem besteht in der Verdunkelung der Pastellkreide bei der Verwendung von Fixativ.
Fixationsprobleme
Wenn helle Farben auf dunkle aufgetragen werden, kann das Fixieren mit einem Fixativ dazu führen, dass die dunkle Schicht durchscheint und die Leuchtkraft der hellen Schicht verringert. Dies widerspricht einem der Vorteile von Pastellkreiden – der Möglichkeit, helle Farben ohne Mischen auf dunkle aufzutragen.
Selbst die besten Fixiermittel verändern die Farbtöne der Pastellkreide und rauben ihnen ihre Weichheit und Feinheit. Das Fixiermittel bildet einen undurchdringlichen Film, doch die Pastellpigmente haften hartnäckig am Harz und neigen daher dazu, sich vom Malgrund abzulösen.
Anwendung des Fixativs
Trotz seiner Nachteile kann Fixativ in bestimmten Situationen nützlich sein. Es verhindert das Vermischen von Farben, wenn eine neue Schicht einer kontrastierenden Farbe aufgetragen werden soll. Durch gezieltes Auftragen von Fixativ auf bestimmte Bereiche lassen sich Änderungen vornehmen, ohne dass es zu unerwünschten Farbverläufen kommt.
Schütteln Sie die Fixierspraydose gründlich und testen Sie sie anschließend an einer anderen Oberfläche. Manche Künstler empfehlen, das Werkstück waagerecht hinzulegen und einen leichten Fixiersprayfilm darüber zu sprühen, damit sich die Partikel sanft auf der Oberfläche absetzen können. Um einen bestimmten Bereich zu fixieren, schneiden Sie eine Schablone aus, um die restlichen Teile zu schützen.
Der Künstler und Pädagoge Alan Flatman, der in jedem seiner Werke Fixativ verwendet, erklärt: „Fixativ ist nur ein weiteres Werkzeug. Man sollte alle verfügbaren Werkzeuge nutzen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.“
Dunkle Farbtöne erzielen
Tiefdunkle Töne in Pastellkreide zu erzielen, ist eine technische Herausforderung. Die pudrige Beschaffenheit des Materials und die Lichtreflexion an den vielen Facetten des fein gemahlenen Pulvers erzeugen optische Brillanz. Diese Eigenschaft verleiht Pastellkreide zwar ihren charakteristischen Glanz, erschwert aber gleichzeitig die Gestaltung satter dunkler Bereiche.
Künstler nutzen verschiedene Techniken. Durch das Auftragen mehrerer Schichten dunkler Pastellkreide wird der Ton allmählich vertieft. Eine schwarze oder dunkle Untermalung, die durchscheint, erzeugt den Eindruck von Tiefe. Manche Künstler kombinieren Pastellkreide mit anderen Medien – Kohle, Tusche, Aquarell – , um intensive dunkle Bereiche zu erzielen.
Historische Entwicklung der Technologie
Obwohl die frühesten Werke mit Pastellkreide in der italienischen Renaissance entstanden, lässt sich die Pastellmalerei selbst bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Während der Renaissance wurden Pastellkreiden sparsam eingesetzt, um Zeichnungen, die typischerweise mit natürlicher Kreide angefertigt wurden, mit Lichtern oder Farben zu versehen.
Leonardo da Vinci erwähnte Pastellkreide erstmals 1495 und dokumentierte sein Herstellungsrezept. Im 16. und 17. Jahrhundert fand Pastellkreide breitere Anwendung. Französische Künstler wie Robert Nanteuil (1623–1678) trugen sie großzügiger und flächiger auf und beschränkten sich nicht mehr nur auf den letzten Schliff.
Das 18. Jahrhundert ist das goldene Zeitalter der Pastellmalerei.
Im 18. Jahrhundert setzte sich die Farbe, nicht die Linie, durch, und der ästhetische Ansatz der Pastellmalerei stand im Widerspruch zu ihrem Status. Der Status der Pastellmalerei wurde ausführlich diskutiert: 1684 beschrieb Roger de Piles sie als eine Form der Malerei, der es jedoch an der Lebendigkeit von Ölgemälden mangelte; 1690 charakterisierte André Félibien die Pastellmalerei als eine Zeichentechnik, die zwar denselben Effekt wie die Malerei erzeugt, aber nicht mit ihr verwandt ist.
Maurice Quentin de La Tour (1704–1788), der wohl berühmteste Pastellmaler des 18. Jahrhunderts, schuf lebendige Vorstudien für seine Porträts. Anders als bei Ölfarben, die sich auf einer Palette aus neun bis zehn Primärpigmenten mischen lassen, benötigte man für jeden Farbton eine separate Pastellkreide, und Künstler verwendeten Hunderte davon.
Latour gab die Ölmalerei zugunsten der Pastellmalerei auf – farbiges Pulver, das auf Papier, Pergament, Velin oder Seide aufgetragen wurde und vor jeglichem Kontakt geschützt werden musste. Diese Technik wurde von der Venezianerin Rosalba Carriera während ihres Besuchs in Paris im Jahr 1720 populär gemacht. Carriera verwendete grundierte Leinwand und Papier, um eine stabilere Oberfläche zu erzielen und die Farbintensität zu erhöhen.
Jean-Étienne Liotard experimentierte auch mit dem Auftragen von Pastellkreide auf andere Materialien als Papier – Leinwand und Holztafeln – , um glatte Malgründe zu schaffen. Vor der Einführung von Büttenpapier im Jahr 1756 variierte die Qualität der Malgründe. Sie mussten robust genug sein, um der Behandlung standzuhalten, die erforderlich war, um die notwendige Oberflächenstruktur für die Haftung der Pastellkreide zu erzeugen.
Seit dem späten 18. Jahrhundert experimentierten Künstler mit ungewöhnlichen Malgründen – von industriell grundierter Leinwand über Seide bis hin zu Pergamentblättern, die oft miteinander verklebt wurden, da großformatige Materialien nicht erhältlich waren. Diese Malgründe nahmen die Pigmente nicht auf und erforderten Fixiermittel zur Stabilisierung – flüssige Lösungen, die letztendlich die Leuchtkraft der Farben minderten.
Jean-Baptiste Perronneau, ein feinfühliger, experimentierfreudiger Künstler, der von La Tour als Rivale betrachtet wurde, erreichte ebenfalls herausragende Meisterschaft. Die in den Werken beider Künstler sichtbaren Lichtreflexe markieren einen formalen Trend in der Pastellporträtmalerei ab etwa 1753, als beide begannen, bestimmte Farben ungemischt zu lassen. Diese Porträts waren für die Betrachtung aus der Ferne gedacht und wirkten am lebensechtesten aus der Ferne.
Latours Methode
Latours Technik entwickelte sich im Laufe der Zeit leicht weiter und wurde je nach Epoche mal nuancierter, mal weniger differenziert. Ein Schlüsselelement seiner Methode war die Vorbereitung des Porträts durch schnelle Pastellskizzen, meist in Serien, um die Bildkomposition und die Lichtführung zu finden, die die Vorzüge des Dargestellten am besten zur Geltung brachten. Die Vorstudien für das Porträt von Madame de Pompadour zeugen von beeindruckender Meisterschaft.
Latour versuchte, Pastellkreiden so haltbar wie Ölgemälde zu machen. Die Fixierung mit Firnissen oder Harzen beeinträchtigte jedoch stets den Glanz der Pastellkreide – die matte Oberfläche, die das Licht einfängt. Sein akribischer Perfektionismus führte schließlich zur Beschädigung einiger seiner Porträts.
Lagerung und Konservierung
Pastellzeichnungen sind ständig vom Verschmieren bedroht, da die Pigmente nur mechanisch auf der Oberfläche haften. Fixativ lässt die Farben verblassen, weshalb viele Künstler darauf verzichten und ihre Werke lieber mechanisch schützen.
Speichermethoden
Pastellzeichnungen auf Papier bewahrt man am besten zwischen zwei säurefreien Schaumstoffplatten auf. Legen Sie die Zeichnung auf die untere Schaumstoffplatte, die an jeder Seite etwa 2,5 cm größer ist. Darauf legen Sie ein Blatt Glasinpapier – ein säurefreies, museumsgeeignetes Trennpapier, das keine losen Pastellpartikel anzieht.
Legen Sie nun eine weitere, gleich große Platte aus säurefreiem Schaumstoff auf das Pastell. Befestigen Sie die obere Platte beidseitig mit Archivklebeband an der unteren. So entsteht eine schützende „Sandwichkonstruktion“, die jeglichen Kontakt mit der Oberfläche verhindert.
Für die Langlebigkeit des Werkes ist die Verwendung säurefreier Materialien unerlässlich. Kreppband und Karton geben mit der Zeit Säuren ab, die zu Vergilbung und Verfärbung führen. Archivfeste Materialien gewährleisten den Erhalt des Pastellbildes bis zur Rahmung.
Einrahmen
Beim Einrahmen eines Pastellbildes ist es wichtig, einen Luftspalt zwischen Bildoberfläche und Glas zu lassen. Ein ausreichend dickes Passepartout verhindert, dass die Pigmente mit dem Glas in Berührung kommen. Manche Restauratoren empfehlen, Abstandshalter zu verwenden, um den Abstand zwischen Bild und Glas zu vergrößern.
Entspiegeltes Glas mag zwar verlockend erscheinen, doch seine matte Oberfläche befindet sich auf der Innenseite, dem Kunstwerk zugewandt. Bei versehentlicher Berührung haften Pastellpartikel an dieser strukturierten Oberfläche und können das Werk beschädigen. Normales Klarglas oder Museumsglas ist daher vorzuziehen.
Zeitgenössische Pastellmalerei
Die Pastelltechnik erlebte im späten 19. Jahrhundert eine Renaissance. Impressionisten und Postimpressionisten schätzten ihre Fähigkeit, Licht und Atmosphäre einzufangen. Edgar Degas erforschte systematisch das Potenzial des Mediums und entwickelte innovative Schichtungs- und Fixierungstechniken.
Zeitgenössische Pastellkünstler erweitern stetig die technischen Grenzen. Die Entwicklung neuer Papiersorten mit unterschiedlichen Texturen und Eigenschaften bietet Künstlern eine größere Auswahl an Malgründen. Synthetische Pigmente haben die Farbpalette erweitert und Farbtöne integriert, die den historischen Meistern nicht zur Verfügung standen.
Das im 20. Jahrhundert eingeführte Pastell-Schleifpapier revolutionierte die Möglichkeiten dieses Mediums. Seine raue Oberfläche trägt große Mengen an Pigment von der Kreide ab und ermöglicht so das Erzeugen dichter, satter Farbschichten. Dies eröffnete neue Herangehensweisen, insbesondere für die realistische Malerei, die subtile Tonwertübergänge erfordert.
Kombinierte Techniken
Pastellkreiden werden oft mit anderen Medien kombiniert, um bestimmte Effekte zu erzielen. Eine Untermalung mit Aquarell- oder Acrylfarben schafft eine farbige Basis, auf die die Pastellkreiden aufgetragen werden. Dies verkürzt die Arbeitszeit und bietet eine stabile Grundlage für die nachfolgenden Farbschichten.
Kohle wird für die Grundzeichnung und dunkle Akzente verwendet. Ihr tiefes Schwarz ergänzt die Leuchtkraft der Pastellkreide und erzeugt einen Kontrast zwischen hellen und dunklen Bereichen. Allerdings kann Kohle die reinen Farben der Pastellkreide trüben, daher ist beim Kombinieren der Materialien Vorsicht geboten.
Manche Künstler kombinieren weiche und Ölpastelle in einem einzigen Werk. Ölpastelle werden aufgetragen, um undurchdringliche Barrieren oder dichte Texturen zu erzeugen, auf die keine weichen Pastelle aufgetragen werden – dadurch entsteht eine Abdecktechnik, die nützlich ist, um Lichter zu erhalten oder bestimmte Effekte zu erzielen.
Pigmente in Pastellkreiden
Forschungen zu historischen Pastellkreiden des 19. Jahrhunderts haben gezeigt, dass die frühen kommerziellen Rezepturen stark variierten und nach wie vor unzureichend erforscht sind. Eine Analyse der von Roberto Sebastian Matta in einer Arbeit von 1974/75 verwendeten Pastellkreiden ergab moderne Pigmente und Farbstoffe: Kupferphthalocyanine, Chromorange, Titandioxid und Zinkoxid, die mit Kaolin ohne organische Bindemittel oder mit möglichst wenig bis gar keinem Gummi verpresst wurden.
Moderne Pastellkreiden verwenden neben traditionellen Mineralpigmenten eine breite Palette synthetischer Pigmente. Jedes Pigment besitzt spezifische Eigenschaften hinsichtlich Lichtechtheit, Deckkraft und Farbintensität. Professionelle Hersteller geben Lichtechtheitswerte an, die Künstlern bei der Auswahl von Pigmenten für Werke helfen, die einer langfristigen Belichtung unterliegen sollen.
Weiße Pigmente – Titanweiß, Zinkweiß und Calciumcarbonat – unterscheiden sich in Deckkraft und Textur. Titanweiß bietet maximale Deckkraft, Zinkweiß erzeugt einen eher durchscheinenden Effekt, und Calciumcarbonat dient hauptsächlich als Füllstoff zur Erzeugung hellerer Farbtöne.
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