Die Verwendung von Blattgold in der dekorativen Malerei
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Blattgold (vom altrussischen Wort „susalo “, was „Gesicht“ oder „Vorderseite“ bedeutet) ist eine dünne Goldschicht, die zur dekorativen Oberflächenbeschichtung verwendet wird. Das Material findet Anwendung in der Ikonenmalerei, Tafelmalerei, Architekturdekoration, Buchminiaturen und Restaurierung. Die Dicke der Blätter variiert von 100 Nanometern (0,1 µm) bis zu mehreren Mikrometern, was die spezifischen physikalischen Eigenschaften des Materials und die Verarbeitungsmethoden bestimmt. Je nach Gehalt an Verunreinigungen (Ligaturen) variiert die Farbe des Goldes von grünlich und weiß bis rötlich, was von Kunsthandwerkern gezielt zur Erzeugung farblicher Effekte eingesetzt wird.
2 Materialien und Werkzeuge zum Vergolden
3 Grundlegende Vergoldungstechniken
4 Historische und regionale Schulen
5 Moderne Anwendung und Avantgarde
6 Pathologie, Konservierung und Restaurierung
Physikalisch-chemische Eigenschaften und Herstellung
Gold besitzt eine einzigartige Formbarkeit, die es ermöglicht, es zu durchscheinenden Platten zu glätten, ohne die Integrität seiner Struktur zu beeinträchtigen.
Metallurgie und Legierungen
Reines Gold (24 Karat) ist ein chemisch inertes Metall, das oxidations- und korrosionsbeständig ist und somit die Langlebigkeit der Vergoldung gewährleistet. Um dem Material jedoch verschiedene Farbtöne und physikalische Eigenschaften zu verleihen, werden der Legierung Kupfer, Silber, Palladium oder Nickel beigemischt.
- Gelbgold: Eine klassische Legierung mit einem geringen Anteil an Silber und Kupfer.
- Weißgold: Legierung mit Palladium oder Nickel.
- Grünes Gold: Eine Legierung mit Silber (Elektrum), die seit der Antike bekannt ist.
- Rotgold: Enthält einen höheren Kupferanteil.
Bei Imitationstechniken wird Blattgold verwendet – eine Legierung aus Kupfer und Zink oder Aluminium, die Gold optisch ähnelt, aber anfällig für Oxidation ist und daher zwingend mit einem Schutzlack überzogen werden muss.
Fertigungstechnologie (Schlagtechnik)
Der Herstellungsprozess, historisch als „Goldschlagen“ bekannt, umfasst mehrere Schritte. Zunächst wird ein Barren gegossen und zu einem dünnen Band gerollt. Das Band wird in Quadrate geschnitten und zu einem „Buch“ gestapelt, wobei jedes Blatt mit Spezialpapier oder, nach traditioneller Methode, mit einem Rinderblinddarm (Bodryush) dazwischengelegt wird.
Moderne Forschungen japanischer Kunsthandwerker aus Kanazawa, die die Entsuke- Technik (mit Spezialpapier aus in Kakisaft und Strohasche getränkten Gampi-Fasern) anwenden, haben gezeigt, dass sich das Goldkristallgitter unter intensivem Hämmern auf eine für Raumtemperatur ungewöhnliche Weise verformt. Dadurch lässt sich eine Dicke von 100 nm erzielen, ohne die Stabilität des Blattes zu beeinträchtigen. Beim Hämmern wird das Gold gleichmäßig geglättet, was für die optischen Eigenschaften der resultierenden Beschichtung entscheidend ist: Ungleichmäßige Dicke kann beim Polieren zu Flecken führen.
Materialien und Werkzeuge zum Vergolden
Die Qualität der Vergoldung hängt direkt von der Vorbereitung des Untergrunds und den verwendeten Bindemitteln ab.
Primer (Gessellated Matter und Polyment)
Bei der traditionellen Wasservergoldung besteht die Basis aus Gesso – einem kalkhaltigen Untergrund auf Tierleim (meist Kaninchen- oder Störleim).
- Levkas: Besteht aus fein dispergierter Kreide und Leim. Es wird in mehreren Schichten (bis zu 10-15) aufgetragen und anschließend zu einer perfekt glatten Oberfläche geschliffen.
- Bolus (Polyment): Eine eisenoxidreiche Tonmasse, vermischt mit Leim und mitunter Wachs oder Fetten. Polyment wird auf die Gessogrundierung aufgetragen und dient als Unterlage für das Gold. Die Farbe des Polyments (rot, gelb oder schwarz) beeinflusst den Farbton der Vergoldung, da die dünnen Goldschichten teilweise durchscheinend sind. Rotes Polyment verleiht dem Gold Wärme und Tiefe, gelbes kaschiert Unebenheiten, und schwarzes (wie es in der alten französischen und chinesischen Lackkunst verwendet wurde) erzeugt einen kühlen, harten Glanz.
Klebstoffe
- Knochenleim und Fischleim: Sie dienen zur Herstellung von Gesso und zum Polieren. Sie sind reversibel (lösen sich in warmem Wasser auf) und ermöglichen so das Polieren von Gold mit Achat.
- Mordan: Ein Ölfirnis mit Zusatz von Haftmitteln. Wird in der Ölvergoldung verwendet. Die Trocknungszeiten variieren (3 Stunden, 12 Stunden). Das Gold wird auf den Mordan im „Anhaften“-Stadium aufgetragen, wenn der Firnis nicht mehr verschmiert, aber seine Klebrigkeit behält.
- Synthetische Klebstoffe: In der modernen Praxis, insbesondere bei der Restauration, werden Acryldispersionen (z. B. Plextol B500) oder wasserlösliche Polymere (Aquazol) verwendet, die Stabilität und das Ausbleiben von Farbveränderungen im Laufe der Zeit gewährleisten.
Werkzeuge
- Gilders Kissen: Ein mit Wildleder bezogenes Brett mit Windschutz, auf dem Gold geschnitten ist.
- Gildermesser: Ein scharfes, langes Messer zum Schneiden von Laken.
- Lampenzel (Vergolderspitze): Ein flacher Pinsel aus Eichhörnchen- oder Dachshaar, mit dem Blattgold von einem Kissen auf eine Oberfläche übertragen wird. Der Künstler streicht oft mit dem Pinsel über das Haar oder die Wange, um die Borsten durch die Hautöle leicht zu elektrisieren und so die Haftung des Goldes zu verbessern.
- Achatpolierer: Ein polierter Achatstein in verschiedenen Formen (z. B. Reißzahn, Spatel), montiert auf einem Griff. Wird zum Polieren von Gold auf Hochglanz mittels Vergoldungstechnik mit Klebstoff verwendet.
Grundlegende Vergoldungstechniken
Bei der dekorativen Malerei werden zwei grundlegende Methoden unterschieden: die Vergoldung mit Klebstoff (Polymer) und Öl (Mordan) sowie eine Reihe spezifischer künstlerischer Techniken.
Klebevergoldung (Wasservergoldung)
Dies ist die arbeitsintensivste, aber auch die wertvollste Methode, um den Effekt eines massiven Goldbarrens zu erzielen. Diese Technik wird ausschließlich in Innenräumen angewendet, da sie feuchtigkeitsempfindlich ist. Der Prozess umfasst Folgendes:
- Gesso auftragen und schleifen.
- Tragen Sie 3-4 Schichten Nagellack auf.
- Die polierte Fläche wird mit einer Wasser-Alkohol-Lösung (Wodka) benetzt. Der Alkohol reduziert die Oberflächenspannung, wodurch das Wasser sofort in den Ton eindringt und das Blattgold „anzieht“.
- Blattüberlagerung.
- Nach dem Trocknen wird mit Achat poliert. Der Druck des Achats verdichtet das Gold und die Politur und erzeugt so eine spiegelglatte Oberfläche.
Ölvergoldung
Eine einfachere Methode, die sich für Außenarbeiten (Dächer, Fassadengestaltung) und nicht polierbare Oberflächen (Stein, Metall) eignet. Die Oberfläche wird grundiert (oft mit Mennige oder modernen Grundierungen), um das Eindringen des Lacks zu verhindern. Anschließend wird ein Beizlack aufgetragen. Das Gold wird auf den noch leicht klebrigen Lack gegeben. Der Hauptunterschied zur Klebemethode besteht darin, dass sich die Oberfläche nicht mit Achat auf Hochglanz polieren lässt. Sie bleibt matt oder seidenmatt und passt sich der Textur des Untergrunds an. Ölbasierte Lacke neigen dazu, mit der Zeit nachzudunkeln und ihre Farbe zu verändern, was bei Restaurierungen berücksichtigt werden sollte.
Muschelgold
Eine Maltechnik mit Goldpulver. Blattgold wird von Hand mit Gummi arabicum (einem pflanzlichen Klebstoff) oder Honig zu feinem Pulver verrieben. Die entstandene Masse wird mit Wasser gewaschen, um überschüssiges Bindemittel zu entfernen, und anschließend getrocknet. Das Material wird wie normale Wasserfarbe mit einem Pinsel aufgetragen. Nach dem Trocknen wirkt die Oberfläche matt, kann aber mit Achat poliert werden, um einen starken Glanz zu erzielen (beispielsweise bei Buchminiaturen oder Ikonenmalerei zum Zeichnen feiner Linien ) .
Historische und regionale Schulen
Antike und Byzanz: Eglomise und Chrysographie
Im Römischen Reich und später im Byzantinischen Reich entwickelte sich die Technik der Zwischentafelvergoldung, heute als Églomisé bekannt. Der Begriff, der im 18. Jahrhundert zu Ehren des französischen Dekorateurs Jean-Baptiste Glomy geprägt wurde, beschreibt das Verfahren, Gold auf die Rückseite von Glas aufzutragen und es anschließend mit einer Nadel zu gravieren. In frühchristlichen Katakomben (4. Jahrhundert n. Chr.) wurden Glasgefäße mit eingravierten Porträts auf Goldfolie gefunden, die zwischen zwei Glasschichten eingebettet waren. In der byzantinischen Ikonographie symbolisierte Gold göttliches Licht und schuf einen transzendentalen Raum jenseits von Schatten und Zeit.
Italienische Renaissance: Pastiglia und Sgraffito
Italienische Meister des 14. bis 16. Jahrhunderts brachten die Techniken der Goldverzierung zur Perfektion.
- Pastiglia: Ein Reliefmuster aus flüssigem Gesso, das vor der Vergoldung mit einem Pinsel aufgetragen wurde. Nach dem Trocknen wurde das Relief zusammen mit dem Hintergrund vergoldet und poliert, wodurch ein komplexes Lichtspiel entstand.
- Sgraffito: Eine Kratztechnik. Dabei wurde eine Schicht Temperafarbe (oft blau oder rot) auf poliertes Gold aufgetragen. Nach dem Trocknen wurde die Farbe mithilfe einer Schablone bis zur Goldschicht abgekratzt, wodurch ein feines Goldmuster auf farbigem Grund entstand. Diese Technik wurde häufig verwendet, um kostbare Stoffe auf den Gewändern von Heiligen nachzuahmen.
Japan: Kirikane und Maki-e
In Japan wurde die Goldschmiedetechnik Kirikane (wörtlich „geschnittenes Gold“) zur Verzierung buddhistischer Statuen und Schriftrollen verwendet. Kunsthandwerker klebten mehrere Goldblätter zusammen (durch Erhitzen über Diffusionsschweißkohle), um eine dickere Folie zu erzeugen. Diese schnitten sie anschließend mit einem Bambusmesser in feine Fäden und geometrische Formen (Rauten, Dreiecke). Die einzelnen Elemente wurden mit Seetangkleber (Funori) auf die Oberfläche der Skulptur geklebt. Obwohl bei der Maki-e (Lackmalerei) häufiger Goldpulver verwendet wird, kommen auch hier Goldfolienfragmente ) Hirame ) zum Einsatz, die in Urushi-Lack eingebettet und anschließend poliert werden.
Moderne Anwendung und Avantgarde
In der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ist Gold nicht länger nur ein Symbol für Heiligkeit oder Reichtum, sondern hat sich zu einem eigenständigen Ausdrucksmittel entwickelt.
Gustav Klimt und das Goldene Zeitalter
Der österreichische Künstler Gustav Klimt revolutionierte die Verwendung von Blattgold in der Tafelmalerei. Studien seiner Werke (wie etwa „Der Kuss“) offenbaren eine komplexe Technik: Er nutzte neben Blattgold auch Platin und Silber, um Farbnuancen zu erzeugen. Klimt wandte die Technik der Ölvergoldung an, indem er oft mit Öl über Gold malte, und verwendete zudem Goldpulver, um schimmernde Texturen zu schaffen. Sein Ansatz verband die Flächigkeit byzantinischer Mosaiken mit der Erotik des Jugendstils.
Yves Kleins Monochrome
In seiner Serie „Monogold“ (Anfang der 1960er Jahre) verwendete der französische Künstler Yves Klein lose auf einer Oberfläche befestigte Blattgoldplatten, die sich im Luftzug bewegten („atmen“). In seinen Werken, wie dem Triptychon „Monochrom und Feuer“ (1961), erscheint Gold als Quintessenz des Absoluten und Immateriellen, gleichwertig mit seinem charakteristischen Blau (IKB).
Zeitgenössische Künstler
Zeitgenössische Künstler experimentieren mit der Oxidation von Imitationsmaterialien und texturierten Kontrasten. Janine Lamberts beispielsweise schafft großformatige Installationen, indem sie Goldstücke mosaikartig in verschiedenen Farbtönen (Mondgold, Champagner) aufträgt und so malerische Effekte erzielt. Dank moderner Technologie lässt sich Gold mithilfe spezieller porenfüllender Grundierungen auf ungewöhnliche Untergründe wie Beton, Kunststoff und Kunstharze aufbringen.
Pathologie, Konservierung und Restaurierung
Die vergoldete Oberfläche ist trotz der chemischen Beständigkeit des Metalls selbst eine komplexe, mehrschichtige Struktur, die anfällig für Zerstörung ist.
Typische Defekte
- Spaltung: Tritt aufgrund des Abbaus der Klebeschicht (Zersetzung von Tierleim) oder der Bewegung des Holzuntergrunds aufgrund von Schwankungen der Luftfeuchtigkeit auf.
- Kratzer: Mechanischer Abrieb einer dünnen Goldschicht (insbesondere an erhabenen Reliefstellen), wodurch ein roter oder gelber Glanz zum Vorschein kommt. Bei Antiquitäten werden leichte Kratzer oft als „Patina der Zeit“ erhalten.
- Oxidation von Imitationen: Blattgold und minderwertiges Gold (weniger als 23 Karat) können sich aufgrund der Oxidation des Kupfers in der Legierung dunkel verfärben oder grün werden, wenn der Schutzlack beschädigt ist.
Materialien und Methoden der Restaurierung
Die moderne Konservierung geht weg von der ausschließlichen Verwendung traditioneller Materialien hin zu synthetischen Polymeren, die eine bessere Stabilität und Reversibilität aufweisen.
- Paraloid B-72: Ein Acrylcopolymer, das häufig zur Verstärkung (Konsolidierung) brüchiger Gesso- und Farbschichten verwendet wird. Es besitzt ein hohes Eindringvermögen und vergilbt nicht mit der Zeit.
- Aquazol (Poly-2-ethyl-2-oxazolin): Ein wasserlösliches Polymer, das als Ersatz für Tierleim bei der Restaurierung von Gesso und Craquelé verwendet wird. Zu seinen Vorteilen zählen die Kompatibilität mit herkömmlichen Materialien und die hohe Elastizität.
- Nano-Gold-Gel (NGG): Die neueste Entwicklung (2024–2025) für die Konservierung von Wandmalereien. Dieses Gel, basierend auf Goldnanopartikeln und Polymeren, ermöglicht die Festigung der bröckelnden Goldschicht, ohne deren optische Eigenschaften zu verändern. Dies ist besonders wichtig für matte, unpolierte Oberflächen.
Beim Ersetzen von verlorenem Gold verwenden Restauratoren häufig eine Tönungstechnik , um zu verhindern, dass sich die neuen Stellen vom alten Gold abheben. Dazu wird das neue Blattgold mit transparenten Wasserfarben oder speziellen Glasuren überzogen, die Patina imitieren. Bei größeren Fehlstellen kommt die Ölvergoldung auf Beize zum Einsatz, da sie den geschwächten Untergrund schonender schädigt als die Klebe- und Poliermethode.
Vergoldete Gegenstände (bei Klebevergoldung) sollten nicht mit Wasser gereinigt werden, da dieses die Vergoldungsschicht samt Gesso sofort abwaschen kann. Hierfür werden spezielle wasserfreie Lösungsmittel oder Trockenreinigungsverfahren verwendet. Bei Blattgold ist eine intensivere Reinigung zulässig, sofern die schützende Firnisschicht erhalten bleibt.
Innovationen bei der Goldgewinnung
Parallel zur Kunst entwickeln sich Technologien zur Goldgewinnung aus Abfällen (unter anderem bei der Restaurierung großformatiger Objekte oder dem Recycling von Elektronik). Neue Materialien, wie Aerogele auf Basis von Amyloidfibrillen aus Molkenproteinen oder kovalente organische Gerüststrukturen (COFs), können Goldionen selektiv aus komplexen Lösungen extrahieren und in hochreine metallische Nanopartikel umwandeln. Diese Technologien könnten Anwendung im umweltfreundlichen Recycling von Materialien aus Vergoldungsbetrieben finden.
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