A West Indian Flower Girl and Two Other Free Women of Colour Agostino Brunias (1728-1796)
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Agostino Brunias – A West Indian Flower Girl and Two Other Free Women of Colour
Ort: Yale Center for British Art, Paul Mellon Collection, New Haven.
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Die Frau in der Mitte, mit dem hochgesteckten Haar und dem feinen weißen Kleid mit gelb-weiß gestreiftem Rock, scheint dem bürgerlichen Stand anzugehören. Ihre Haltung und ihr Blick wirken distanziert, fast leicht verärgert, während sie die Platte entgegennimmt. Ihre Kleidung deutet auf eine gewisse Affinität zu europäischen Modevorlieben hin.
Die Frau links trägt ein weißes Kleid und ein rot-weiß kariertes Tuch. Ihr Rock ist ebenfalls gestreift, allerdings in einem kräftigeren Rot-Weiß. Ihr Auftreten wirkt pragmatischer und weniger formal als das der zentralen Figur. Ein kleiner Junge in einfacher Kleidung steht neben ihr, was auf eine mögliche familiäre Bindung oder eine Betreuerrolle hindeuten könnte.
Die dritte Frau, rechts im Bild, trägt ein helles Kleid mit einem roten Tuch um die Schultern und eine große, goldene Kopfbedeckung. Ihre Haltung ist selbstbewusst und aufrecht. Die goldene Kopfbedeckung und die farbige Kleidung könnten auf eine gewisse soziale Stellung und wohlhabende hinweisen, möglicherweise auf eine freie Frau von Farbe mit einem gewissen Maß an wirtschaftlicher Unabhängigkeit.
Im Hintergrund erkennen wir Gebäude, die an Kolonialarchitektur erinnern. Zwei weitere Männer, vermutlich Arbeiter, sind im Hintergrund beschäftigt. Ihre Körperhaltung und Kleidung suggerieren eine niedrigere soziale Schicht und möglicherweise eine Abhängigkeitsbeziehung.
Die Komposition der Szene erzeugt eine interessante Spannung. Einerseits wird ein Moment des Austauschs oder des Anbietens von Speisen dargestellt, andererseits scheint eine soziale Hierarchie zwischen den Frauen deutlich zu werden. Die subtile Distanz und die unterschiedlichen Kleidungsmöglichkeiten lassen auf eine komplexe Dynamik im Verhältnis zwischen den sozialen Gruppen schließen.
Es ist möglich, dass die Darstellung einen Kommentar zur sozialen Mobilität in einer Kolonialgesellschaft abgibt, in der freie Frauen von Farbe eine gewisse wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangten, während gleichzeitig die Grenzen zwischen den sozialen Schichten bestehen blieben. Die Auswahl der Motive – eine vermeintlich alltägliche Szene – und die Darstellung der individuellen Persönlichkeiten der Frauen könnten darauf abzielen, eine differenzierte Sichtweise auf die Lebensumstände und sozialen Beziehungen in einer komplexen, von Sklaverei und Kolonialismus geprägten Gesellschaft zu vermitteln.