Biodiversität in Agrarflächen:
Wie kann sie erhalten und verbessert werden?
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Die Erhaltung und Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft gelingt nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch ein Bündel von Praktiken auf Feld- und Betriebsebene. Diese Praktiken erhalten Nahrung, Lebensraum und Brutstätten für Organismen und reduzieren den Einsatz von Pestiziden, Düngemitteln und Bodenbearbeitung. Unterstützt wird dieser Ansatz durch umfassende Studien, die den Beitrag von Bestäubern, Bodenorganismen und natürlichen Schädlingsbekämpfern zur Nahrungsmittelproduktion sowie die Risiken ihres Rückgangs durch Intensivierung aufzeigen.
Bedingungen und Rahmenbedingungen
Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen bezeichnet die Vielfalt der Organismen und ihrer Lebensgemeinschaften, die direkt oder indirekt mit der Produktion von Nahrungsmitteln, Futtermitteln, Fasern und Rohstoffen zusammenhängen. Konkret umfasst dies die genetische Vielfalt von Nutzpflanzen und -sorten, die Artenvielfalt innerhalb und außerhalb von Feldern sowie das Mosaik an Lebensräumen, das auf landwirtschaftlichen Flächen erhalten bleibt. Internationale Studien verwenden häufig den Begriff „Biodiversität für Ernährung und Landwirtschaft“ und betonen dabei Ökosystemleistungen wie Bestäubung, biologische Schädlingsbekämpfung, Bodenerhaltung und Nährstoffkreisläufe.
Landwirtschaftliche Flächen sind fast nie „unberührte Natur“, müssen aber nicht zwangsläufig artenarm sein. Viele Organismengruppen können in einem Agrarnetzwerk gedeihen, wenn Korridore, Flächen mit dauerhafter Vegetation und eine geringere Schadstoffbelastung vorhanden sind. Es ist wichtig, zwischen zwei Ebenen zu unterscheiden: der für Nutzpflanzen vorteilhaften Biodiversität (z. B. natürliche Schädlingsbekämpfer) und der Biodiversität als Naturschutzziel (z. B. seltene Arten, die empfindlich auf intensive Bewirtschaftung reagieren). Da Konflikte zwischen diesen Ebenen möglich sind, werden Lösungen oft als eine Reihe von Kompromissen für einen bestimmten Standort entwickelt, anstatt als einheitlicher Plan.
Warum verlieren landwirtschaftliche Flächen Arten?
Die Hauptfaktoren für den Verlust der Biodiversität in Acker- und Weideflächen sind in Übersichtsartikeln und globalen Bewertungen ausführlich beschrieben. Der bedeutendste Faktor ist die Vereinfachung der Umwelt: große, homogene Felder und die Verringerung von Gehölzen, Wiesen, Sträuchern und Wasserläufen. Der zweite Faktor ist chemischer Stress: Insektizide, Herbizide und Fungizide beeinträchtigen nicht nur Zielorganismen, sondern auch eine Vielzahl von Wirbellosen und Mikroorganismen sowie über die Nahrungsketten Vögel und Kleinsäuger. Der dritte Faktor ist die mechanische Störung: häufiges Pflügen, Bodenverdichtung durch Maschinen, Zerstörung bodenbrütender Insekten und die Zerstörung von Pilznetzwerken.
Es gibt verschiedene territoriale Einflussfaktoren: die Zersplitterung natürlicher Gebiete, die Isolation von Populationen, die Austrocknung von Feuchtgebieten, die Begradigung von Flussbetten und die Entwässerung, wodurch die Vielfalt der Feuchtgebiete und der dazugehörigen Fauna abnimmt. In den Tropen wird dies durch die Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzfläche und die Ersetzung mehrschichtiger Agrarsysteme durch schattenarme Monokulturen noch verstärkt, was die Vielfalt der Vögel und Insekten, insbesondere spezialisierter Gruppen, verringert. Wo Bäume und ein hoher Anteil an Kronendach erhalten bleiben, überleben bestimmte Tiergruppen besser, obwohl sich die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften verändert.
Hinzu kommt eine sozioökonomische Dimension: Der Druck auf Erträge und Produktstandards führt zur Standardisierung von Sorten, häufigeren Behandlungen und der Reduzierung „nicht-produktiver“ Elemente. Gleichzeitig betonen Gutachten, dass die Biodiversität in Agrarsystemen mit der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen – Dürren, Schädlings- und Krankheitsbefall sowie der Bodenqualität – zusammenhängt. Daher wird dieses Thema nicht als „Zusatz zum Umweltschutz“, sondern als Voraussetzung für langfristige Produktivität betrachtet.
Organismengruppen und ihre Funktionen
Bestäuber
Die Bestäubung ist eine regulierende Ökosystemleistung, ohne die einige Kultur- und Wildpflanzen keine stabilen Erträge und Samen produzieren können. Der IPBES-Bericht betont, dass ein erheblicher Anteil der weltweiten Nahrungspflanzen zumindest teilweise auf tierische Bestäubung angewiesen ist und dass die Vielfalt wilder Bestäuber selbst dort wichtig ist, wo Honigbienen in großer Zahl vorkommen. Er beschreibt auch die Hauptursachen für den Rückgang: Lebensraumverlust, Intensivierung der Landwirtschaft, Pestizide, Krankheitserreger und Klimawandel.
Für einen landwirtschaftlichen Betrieb stellt sich die praktische Frage: Wo können Bestäuber während der gesamten Saison Nahrung finden und sich fortpflanzen? Blühende Nahrungsquellen stehen oft nur für kurze Zeit zur Verfügung, wenn die Nutzpflanzen blühen, gefolgt von einer Phase, in der sie kaum Nahrung finden. Fehlen in der Nähe blühende Kräuter, Sträucher und Bäume, sinkt die Anzahl der Bestäuber. Ein weiteres Problem ist die Nistplatzsuche: Viele Wildbienen bauen ihre Nester im Boden, sodass häufige Bodenbearbeitung und Verdichtung durch Maschinen ihre Brutstätten direkt zerstören.
Natürliche Feinde von Schädlingen
Diese Gruppe umfasst räuberische und parasitäre Insekten, Spinnen, einige Wirbeltiere und Mikroorganismen. Ihre Aufgabe ist es, die Populationen pflanzenfressender Tiere unterhalb der wirtschaftlichen Schadschwelle zu halten. Globale Studien zur Agrarbiodiversität weisen darauf hin, dass natürliche Schädlingsfeinde ein wichtiger Bestandteil der Ökosystemleistungen in der Nahrungsmittelproduktion sind. Viele Länder berichten jedoch von einem Rückgang ihrer Bestände im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft. Darüber hinaus hängt der Effekt in der Regel von der Struktur der Umwelt ab: Je mehr Unterschlupfmöglichkeiten und alternative Beutetiere außerhalb des Feldes vorhanden sind, desto stabiler ist die Schädlingsbekämpfung.
Bodenorganismen
Der Boden ist kein bloßes „Substrat“, sondern eine lebendige Lebensgemeinschaft: Bakterien, Pilze, Protozoen, Nematoden, Milben, Regenwürmer und andere Organismengruppen. Zahlreiche Studien betonen den Zusammenhang zwischen der Vielfalt der Bodenorganismen und der Multifunktionalität von Ökosystemen sowie Prozessen wie dem Nährstoffkreislauf und der Bodenstrukturbildung. Für die Landwirtschaft bedeutet dies konkrete Auswirkungen: Bodenstruktur, Wasserinfiltration, Erosionsbeständigkeit und Nährstoffspeicherfähigkeit.
Der Verlust der Bodenbiodiversität ist selten unmittelbar sichtbar, äußert sich aber in Bodenverdichtung, sinkendem Humusgehalt und zunehmender Abhängigkeit von externen Ressourcen. Intensives Pflügen, fehlende Vegetationsdecke im Winter, ungleichmäßige Fruchtfolgen und die übermäßige Anwendung bestimmter Düngemittel verändern die Struktur der Bodenlebensgemeinschaften. Daher umfassen Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität in der Landwirtschaft fast immer bodenschonende Komponenten: Zwischenfrüchte, reduzierte Bodenbearbeitung und die Rückführung von organischem Material.
Feldmessungen
Auf der Ebene einzelner Feldversuche sind Maßnahmen, die Organismen „Raum und Zeit“ geben – wo sie leben, was sie fressen und wie sie widrige Perioden überstehen können – , in der Regel wirksam. Wichtig ist, dass eine einzelne Maßnahme selten eine nachhaltige Wirkung erzielt; besser ist es, drei bis fünf Elemente zu kombinieren und dabei die lokalen Gegebenheiten und die Produktionskultur zu berücksichtigen.
Fruchtfolge und Pflanzenvielfalt
Eine vielfältige Fruchtfolge diversifiziert die Ressourcen und unterbricht Schädlings- und Krankheitszyklen. Sie staffelt zudem die Bodenbearbeitungszeiten und verkürzt die Phasen, in denen das Feld völlig unbewachsen ist. Studien zur landwirtschaftlichen Biodiversität betonen, dass die Vielfalt der angebauten Pflanzen und Produktionssysteme mit Resilienz und Risikominderung einhergeht. In der Praxis bedeutet dies: mehr Leguminosen, nach Möglichkeit auch mehrjährige Kulturen, und Vermeidung langer Monokulturen.
Zwischenfrüchte und Dauergründung
Zwischenfrüchte bedecken den Boden außerhalb der Hauptanbausaison und liefern organische Substanz, Wurzelausscheidungen und Mikrohabitate für die Bodenorganismen. Sie sind vorteilhaft für Bestäuber, wenn die Mischung blühende Arten enthält und die Blüte durch das Mähen nicht vollständig unterbunden wird. Die Bodenorganismen reagieren auf diese Maßnahmen mit erhöhter biologischer Aktivität und verbesserter Bodenstruktur, was in Übersichtsartikeln zur Rolle der Bodenbiodiversität für Ökosystemfunktionen beschrieben wird. In ariden Regionen ist ein effizientes Wassermanagement wichtig: Zwischenfrüchte können die Konkurrenz um Wasser verstärken, was berücksichtigt werden muss.
Reduzierte Bodenbearbeitung
Durch reduzierte Bodenbearbeitung werden die mechanischen Störungen der Bodenlebensräume verringert und der Verlust organischer Substanz gesenkt. Studien zur Bodenorganismen betonen, dass Praktiken wie reduzierte Bodenbearbeitung und maximale Vegetationsbedeckung die biologische Aktivität des Bodens fördern. Direktsaat ist jedoch keine automatische Lösung, wenn sie mit einem erhöhten Herbizideinsatz einhergeht; daher sollte sie in Verbindung mit einem Unkrautbekämpfungssystem betrachtet werden.
Integrierter Pflanzenschutz
Ziel des integrierten Pflanzenschutzes ist es, die Belastung durch Chemikalien zu reduzieren und gleichzeitig ein akzeptables Risiko für Nutzpflanzen zu gewährleisten. Der IPBES-Bericht zur Bestäuberbewertung erörtert die Auswirkungen von Pestiziden und stellt fest, dass für einige Stoffgruppen Daten zu den Auswirkungen auf Wildbestäuber unter realen Feldbedingungen vorliegen. In der Praxis bedeutet dies Überwachung, Festlegung von Pestizidschwellenwerten, gezielte Behandlungen, Auswahl von Produkten mit geringerem Risiko für Nichtzielorganismen und die Verschiebung von Behandlungen auf Zeiten geringerer Bestäuberaktivität.
Pufferstreifen, Begrenzungen und Blumenstreifen
Streifen aus mehrjähriger Vegetation entlang von Feldern und Wasserläufen bieten Nahrung und Unterschlupf. Eine kontinuierliche Blüte – eine Mischung von Arten mit unterschiedlichen Blütezeiten – ist für Bestäuber unerlässlich. Insektenfresser und Spinnen nutzen diese „Warteplätze“ für den Winter und das frühe Frühjahr ebenfalls. In Agrobiodiversitätsbewertungen werden solche Elemente als Teil der Umwelt beschrieben, die Ökosystemleistungen wie Bestäubung und biologische Schädlingsbekämpfung unterstützt.
Hecken und Gehölzelemente
Sträucher und Bäume bieten vertikale Struktur, Mikroklima, Nistplätze für Vögel und Nahrung für Insekten. In den Tropen und Subtropen sind Gehölze besonders eng mit der Agroforstwirtschaft verbunden: Baumbasierte Systeme können mehr Arten beherbergen als einfachere Systeme, wobei der Effekt von Bewirtschaftung und Intensität abhängt. In gemäßigten Regionen reduzieren Hecken zudem die Winderosion und können als Korridore für die Wanderung von Organismen zwischen verschiedenen Standorten dienen.
Maßnahmen auf Betriebs- und Gebietsebene
Feldversuche haben zwar eine gewisse Wirkung, aber die Widerstandsfähigkeit von Gemeinschaften wird oft von dem bestimmt, was um sie herum geschieht: ob es Ausbreitungsquellen gibt, wie natürliche Gebiete liegen und wie stark die Lebensräume miteinander verbunden sind.
Lebensraummosaik und Vernetzung
Befinden sich in der Nähe natürliche oder naturnahe Vegetationsflächen, werden viele Organismengruppen besser unterstützt, da sie ungünstige Perioden überstehen und die Felder anschließend wieder besiedeln können. Dies gilt insbesondere für Bestäuber und natürliche Feinde von Schädlingen, die Ressourcen außerhalb der kurzen Anbausaison benötigen. Die IPBES-Studie nennt Lebensraumverlust und -fragmentierung sowie die Intensivierung der Landnutzung ausdrücklich als Ursachen für den Rückgang der Bestäuber. Daher sind auf territorialer Ebene Korridore, Uferstreifen, Waldränder und Ketten kleiner Vegetationsflächen, die die Isolation verringern, von großer Bedeutung.
Agroforstwirtschaft
Agroforstwirtschaft ist eine breite Kategorie von Systemen, in denen Bäume und Nutzpflanzen oder Weideflächen gemeinsam existieren und bewirtschaftet werden. Studien betonen, dass solche Systeme aufgrund größerer Strukturkomplexität und Mikrohabitatvielfalt häufig die funktionelle und allgemeine Biodiversität erhöhen. Dieser Effekt hängt jedoch von spezifischen Faktoren ab, darunter Baumdichte, Artenzusammensetzung, Vorhandensein verschiedener Baumschichten sowie die Intensität chemischer Behandlungen und Beweidung.
Erhaltung der genetischen Vielfalt von Nutzpflanzen und -rassen
Genetische Vielfalt bildet eine eigene Ebene der Agrarbiodiversität: Sorten, lokale Formen, Tierrassen und ihre wilden Verwandten. Internationale Biodiversitätsziele betonen die Notwendigkeit, die genetische Vielfalt von Kulturpflanzen und Nutztieren zu erhalten und genetische Erosion zu verringern. In der Praxis umfasst dies die Saatgutproduktion, die Sammlungsverwaltung, die Förderung lokaler Sorten und den gezielten Einsatz von Selektionszüchtung ohne vollständige Standardisierung.
Gleichgewicht zwischen „Kombination oder Trennung“
In Diskussionen werden häufig zwei Ansätze gegenübergestellt: die Kombination von Naturschutz und landwirtschaftlicher Produktion auf derselben Fläche und die Trennung – hohe Erträge in einem Teil der Fläche bei gleichzeitiger Erhaltung von Naturräumen. Studien zeigen, dass die Ergebnisse von der Organismengruppe, der Region und der Struktur des Agrarraums abhängen. Ein europäischer Test mit einer Vielzahl von Arten in Polen ergab, dass Szenarien mit getrennten Naturräumen unter bestimmten Annahmen zu Ertrag und Gebietsstruktur für einige Arten zu größeren regionalen Populationsgrößen führen können. In der Praxis wird dies oft als Kombination umgesetzt: Maßnahmen innerhalb der Anbauflächen plus tatsächliche Schutzgebiete oder untergenutzte Flächen in der Nähe.
Überwachung und Kennzahlen ohne Selbsttäuschung
Biodiversitätsmanagement ohne Messung ist schwierig: Man kann Ressourcen verschwenden und dekorative Elemente ohne wirkliche Wirkung schaffen. Monitoring muss jedoch nicht teuer sein, wenn man sinnvolle Indikatoren und stabile Protokolle wählt.
Feldindikatoren
Für Bestäuber eignen sich regelmäßige Transekterhebungen, Nisthilfen und saisonale Bestandsaufnahmen des Blütenangebots. Für das Biomonitoring werden Zählungen von Prädatoren und Parasitoiden sowie Daten zu Ernteschäden unter bestimmten landwirtschaftlichen Nutzungsbedingungen empfohlen. Bei der Bodenanalyse werden der Gehalt an organischem Kohlenstoff, die Aggregation, die Infiltration und, sofern Laboreinrichtungen vorhanden sind, biologische Indikatoren berücksichtigt. Ein wesentlicher Teil des Zusammenhangs zwischen Bodenorganismen und Bodenfunktionen wird in Übersichtsartikeln zur Bodenbiodiversität und Multifunktionalität erörtert.
Schwellenwertentscheidungen und Risiken
Eine Zunahme der Artenzahl in einem Gebiet sollte nicht als Erfolg für die Biodiversität gewertet werden, wenn die Umwelt insgesamt weiterhin belastet und homogen bleibt. Es ist wichtig, kurzfristige Effekte (z. B. einen einjährigen Populationsanstieg) von stabilen Trends über 5–10 Jahre zu unterscheiden. Auch die Langzeitwirkungen müssen berücksichtigt werden: Manche Maßnahmen sind nur dann wirksam, wenn Ausbreitungsquellen im Gebiet vorhanden sind, was sich direkt aus der Bedeutung von Fragmentierung und Habitatverlust für Bestäuber ergibt. Daher ist die Interpretation von Indikatoren ohne Kontext oft irreführend.
Ökonomie und Management in der Praxis
Landwirte treffen Entscheidungen typischerweise unter Berücksichtigung von Kosten, Risiken und Arbeitsaufwand. Daher lassen sich Biodiversitätsmaßnahmen leichter umsetzen, wenn sie mit klaren Produktionsvorteilen verknüpft sind: Ertragsstabilität, weniger Schädlingsbefall und bessere Bodenfeuchtigkeit. IPBES betont, dass eine höhere Bestäuberdichte und -vielfalt mit höheren Erträgen bei einigen Nutzpflanzen und einer besseren Ernährungssicherheit einhergeht. Diese Logik hilft, mit Landwirten in der Sprache von „Risiko und Ertrag“ zu kommunizieren, anstatt nur von „Naturschutz“.
Das operative Managementmodell sieht typischerweise folgendermaßen aus: Einem Mindestmaß an obligatorischen Maßnahmen (Wasserpuffer, Erhaltung von Schlüsselflächen) folgen zwei bis drei schnell wirksame Maßnahmen (Blühstreifen, angepasste Bodenbearbeitung) und anschließend langsamere, bodenbeeinflussende Maßnahmen (Zwischenfrüchte, reduzierte Bodenbearbeitung), die erst nach mehreren Vegetationsperioden Wirkung zeigen. Bei großen Flächen ist das gemeinsame Handeln benachbarter Betriebe wichtig, da die Vernetzung von Lebensräumen nicht auf ein einzelnes Feld beschränkt ist. Dies hängt direkt damit zusammen, dass die Ursachen für den Verlust der Biodiversität sowohl auf Feld- als auch auf Gebietsebene liegen.
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