Unsichtbare Belüftung:
4 legale Möglichkeiten zur Installation eines Lüftungsgeräts oder Wärmerückgewinnungssystems in einem Wohnkomplex mit strengen Auflagen zur Beschädigung der Fassade
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Moderne Wohnanlagen der Komfort- und Geschäftsklasse stellen neue Bewohner oft vor eine schwierige Entscheidung. Einerseits verwandeln luftdichte Doppelglasfenster und hochwertige Dämmung die Wohnung in eine Art Thermoskanne, in der der Kohlendioxidgehalt ohne Belüftung rapide ansteigt. Andererseits regulieren Hausverwaltungen jegliche Eingriffe in die Gebäudeaußenhülle streng. Fassaden aus Feinsteinzeug, Klinker oder Verbundplatten gelten als unantastbar, und der standardmäßige Einbau einer Zuluftanlage ist aufgrund drohender Bußgelder oder des Verlusts der Gewährleistung des Bauträgers unmöglich.
Das Problem wird durch die Bauweise hinterlüfteter Fassaden verschärft. Zwischen den Außenziegeln und der tragenden Wand befindet sich eine Dämmschicht mit einem Luftspalt. Unsachgemäße Eingriffe können die thermische Gebäudehülle beeinträchtigen und zum Einfrieren der Wände sowie zu Kondensation führen. Wohnungseigentümer sind daher gezwungen, technische Lösungen zu finden, die eine Frischluftzufuhr gewährleisten, für die Behörden unsichtbar bleiben und die Unversehrtheit der Fassadenverkleidung erhalten.
Mikroklimaspezialisten haben längst verdeckte Installationstechniken entwickelt, die es ermöglichen, diese Einschränkungen legal zu umgehen. Ingenieure von Fachorganisationen wie Aeros stehen regelmäßig vor der Herausforderung, HLK-Anlagen in komplexe Architekturformen zu integrieren, ohne die äußere Gestaltung zu beeinträchtigen. Es gibt mehrere bewährte Technologien, die die Fassadengarantie erhalten und einen ausreichenden Luftaustausch gewährleisten.
Einbau in einer Fensterschräge
Diese Methode gilt als die eleganteste Lösung für Gebäude mit steilen Außenfassaden. Das Funktionsprinzip besteht darin, dass der Luftkanal durch die tragende Wand verläuft, nicht senkrecht zur Straße, sondern seitlich durch die Fensteröffnung austritt. Das Ansauggitter ist in die Dachfläche integriert – ein Metall- oder Kunststoffelement, das nicht Teil der aufwendigen hinterlüfteten Fassade ist.
Die technische Umsetzung erfordert höchste Präzision. Diamantbohrungen werden in einem bestimmten Winkel oder Versatz durchgeführt, um den vorgegebenen Punkt an der Böschung exakt zu erreichen. Die größte Herausforderung ist der begrenzte Platz. Ein Standardrohr mit 132 mm Durchmesser passt möglicherweise nicht in den schmalen Spalt zwischen Rahmen und Wand, weshalb häufig spezielle rechteckige Rohradapter oder Rohre mit kleinerem Durchmesser und einem anschließenden Übergang verwendet werden.
Die Wärmedämmung ist ein entscheidender Aspekt beim Einbau von Fensterlaibungen. Der durch die Wand verlaufende und in den Fensteranschlussbereich mündende Lüftungskanal muss gründlich gedämmt werden. Andernfalls friert die Wand in diesem Bereich im Winter ein, und es bildet sich Schimmel an den Fensterlaibungen im Inneren der Wohnung. Bei dieser Methode wird das äußere Gitter farblich an den Fensterrahmen oder die Laibung angepasst, sodass es selbst aus nächster Nähe praktisch unsichtbar ist. Vom Boden aus ist diese Konstruktion nicht zu sehen.
Verdeckte Installation durch den Klimaanlagenkorb
Die meisten modernen Wohnanlagen verfügen über spezielle Installationskästen oder technische Balkone für Außengeräte von Klimaanlagen. Diese Bereiche sind bereits perforiert oder mit dekorativen Lamellen zur Luftzirkulation versehen. Dies ist der ideale Ort für die Luftansaugung eines Lüftungsgitters. Verfügt die Wohnung über einen solchen Installationskasten, wird die Wandbohrung an einer Stelle durchgeführt, die hinter dem Außengerät der Split-Klimaanlage verborgen ist.
Der Luftkanal verläuft direkt hinter dem Korb. Das Außengitter ist an der Wand montiert, wird aber optisch vom Klimagerätegehäuse und der dekorativen Fassadenverkleidung verdeckt. Die Hausverwaltung hat selten Einwände gegen solche Lösungen, da das Erscheinungsbild des Gebäudes unverändert bleibt: Die Fassade bleibt sauber, und die Installationsöffnung befindet sich im dafür vorgesehenen Bereich.
Bei dieser Anordnung der Anlage muss die Luftzirkulation berücksichtigt werden. Wird das Außengerät der Klimaanlage zum Heizen oder zur intensiven Kühlung genutzt, darf dessen Abluft nicht direkt in den Lufteinlass des Lüftungsgeräts gelangen. Ingenieure erreichen dies durch eine vertikale Trennung der Geräte oder durch den Einbau von Leitgittern. Zudem muss sichergestellt sein, dass das Lüftungsgitter für die regelmäßige Reinigung von Pappelfasern und Stadtstaub zugänglich ist, idealerweise mithilfe eines Seilzugs.
Anstrich und Anpassung an die Fassade
In manchen Fällen gestatten Hausverwaltungen das direkte Bohren in die Fassade, stellen aber strenge optische Anforderungen. Hierbei gilt das Prinzip der Farbanpassung. Ist die Fassade mit Fliesen einer bestimmten Farbe verkleidet, muss das Außengitter des Geräts farblich exakt dazu passen. Hierfür wird eine Pulverbeschichtung nach RAL-Farben verwendet.
Der Genehmigungsprozess läuft üblicherweise so ab: Der Bauherr erhält vom leitenden Ingenieur des Gebäudes den exakten Farbcode für die Fassadenpaneele oder stellt eine Probe für die computergestützte Farbanpassung zur Verfügung. Das Gitter wird werkseitig lackiert. Bei der Montage an einer hinterlüfteten Fassade wird ein verlängerter Lüftungskanal verwendet, der durch die Dämmung und den Luftspalt verläuft und an den Fassadenplatten abdichtet.
Manchmal reicht ein einfacher Anstrich nicht aus; es muss ein maßgefertigtes Lüftungsgitter installiert werden. Beispielsweise würde eine herkömmliche runde Abdeckung bei einer Fassade mit ausgeprägter vertikaler Struktur oder Rustizierung unpassend wirken. In solchen Fällen werden maßgefertigte rechteckige Fassadenöffnungen oder flache Abdeckungen hergestellt, die sich der Geometrie der Fassadenverkleidung anpassen. Dadurch ist die Öffnung aus mehreren Metern Entfernung unsichtbar.
Integration durch Austausch der Glaseinheit
Bei Gebäuden mit durchgehender Panoramaverglasung können tragende Wände vollständig fehlen oder durch eine massive Glasfassade versperrt sein. Bohrungen in Aluminiumprofile oder Glas sind nicht möglich. Die einzige Lösung besteht in diesem Fall darin, die Verglasung selbst zu modifizieren. Dieses Verfahren ist zwar aufwendig und kostspielig, aber die einzige Option für Hochhäuser und Wohnungen mit bodentiefen Fenstern.
Ein Teil der Glaseinheit (üblicherweise der obere Querbalken oder ein fensterloser Bereich) wird durch eine maßgefertigte Sandwichplatte ersetzt. In diese Platte wird ein Adapter für den Lufteinlass eingearbeitet und farblich an den Rahmen angepasst. Von außen wirkt alles wie ein Teil der Fensterkonstruktion. Innen ist der Lufteinlass selbst an der Platte befestigt.
Diese Lösung erfordert eine einwandfreie Abdichtung und Wärmedämmung des Einsatzes selbst, da dieser einen geringeren Wärmedurchgangswiderstand als eine Mehrkammerverglasung aufweist. Zudem ist eine Abstimmung mit dem Fensterhersteller notwendig, um sicherzustellen, dass die statischen Belastungen des Rahmens nicht beeinträchtigt werden. Ästhetisch wirkt diese Konstruktion ansprechend, wenn der Einsatz aus hochwertigen Materialien (wie z. B. emailliertem Sicherheitsglas – Stemanit) gefertigt ist und farblich zur Außenverglasung der Fassade passt.
Technische Nuancen des Bohrens
Alle beschriebenen Methoden erfordern Diamantbohren mit Wasserabsaugung oder Trockenbohren mit Mikro-Impaktbohren. In Wohnräumen mit Oberflächenbehandlung ist der Einsatz von Wasser ungeeignet, da er Tapeten oder Parkettböden beschädigen kann. Professionelle Ausrüstung ermöglicht ein staub- und schmutzfreies Bohrloch, indem das Bohrgerät mit einem Absaugständer fixiert wird, der keine Spuren an den Wänden hinterlässt.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Gefälle des Kanals. Die Öffnung sollte ein Gefälle von 3–5 Grad zur Straße hin aufweisen. Dies verhindert das Eindringen von Niederschlag und gewährleistet den natürlichen Abfluss von eventuell entstehendem Kondenswasser. Bei der Installation in einem Gefälle wird die Geometrie des Kanals komplexer, und die Aufrechterhaltung des Gefälles erfordert vom Installateur ein hohes Maß an Fachkenntnis.
Die Schalldämmung des Lüftungskanals ist ein weiterer, oft übersehener Faktor. Ein hohles Rohr in der Wand wirkt wie ein Resonanzkörper und überträgt Straßenlärm ins Schlafzimmer. Eine hochwertige Installation beinhaltet die Verwendung von schallabsorbierenden Materialien im Inneren des Kanals oder, sofern die Wandstärke dies zulässt, die Installation spezieller Schalldämpfer hinter dem Gerät.
Die Einhaltung dieser Regeln gewährleistet eine ordnungsgemäße Belüftung der Wohnung, ohne Konflikte mit der Hausverwaltung oder Beeinträchtigungen des architektonischen Erscheinungsbildes des repräsentativen Gebäudes. Saubere Luft wird so bereitgestellt, ohne Kompromisse bei Ästhetik oder Rechtmäßigkeit einzugehen.
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