Einführung in die Philosophie von Giovanni Gentile, Zusammenfassung
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Dieses Buch ist ein grundlegendes philosophisches Werk des bedeutenden italienischen Denkers und besteht aus Artikeln aus den 1920er und 1930er Jahren. Der Text liefert eine detaillierte Begründung für die Lehre des „aktuellen Idealismus“, die jede mögliche Realität auf einen reinen, sich entwickelnden Akt menschlichen Denkens reduziert.
Historischer Kontext und der Werdegang des Autors
Der Text beginnt mit einem biografischen Essay von A. L. Zorin. Giovanni Gentile entwickelte seine Ansichten in einer hitzigen Auseinandersetzung mit Marxismus und Positivismus und arbeitete lange mit Benedetto Croce zusammen. Die Wege der Philosophen trennten sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen der Hegelschen Dialektik und politischer Differenzen. Gentile unterstützte Benito Mussolini in der Erwartung, der Faschismus werde der Nation eine spirituelle Erneuerung bringen, während Croce in Opposition ging. Das Leben des Begründers des Aktualismus wurde 1944 in Florenz durch die Hand von Partisanen tragisch beendet.
Entwicklung des menschlichen Selbstbewusstseins
Die Autorin beginnt ihre Begriffsanalyse mit einer Kritik des antiken Naturalismus. Die alten Griechen betrachteten die Welt fälschlicherweise als eine äußere Entität, unabhängig vom denkenden Subjekt. Sokrates gelang ein bedeutender Durchbruch, indem er seinen Blick nach innen, zum Geist, richtete. Platon und Aristoteles kehrten jedoch später zum Dualismus zurück und teilten die Wirklichkeit in materielle Materie und ewige Ideen. Der Humanismus der Renaissance und Descartes mit seiner Formel des Cogito brachten die europäische Zivilisation einem wahren Verständnis von Freiheit näher. Kant und Hegel leisteten viel, bewahrten aber Spuren metaphysischen Dogmatismus. Hegels Dialektik beschreibt bereits existierende Begriffe, während wahre Philosophie den Puls des lebendigen Denkens erfassen muss.
Gedanke als reiner Akt
Die zentrale Kategorie des konstruierten Systems ist der Akt selbst. Der Philosoph zieht eine klare Trennlinie zwischen „denkendem Denken“ und „Gedankendenken“. Alle vollendeten Fakten, geschriebenen Bücher oder historischen Epochen sind tot, bis der Geist ihnen hier und jetzt Aufmerksamkeit schenkt. Nichts existiert, bis sich das Subjekt dessen bewusst wird. Der Geist erschafft seine Welt fortwährend. Außerhalb dieser aktiven Schöpfung wird das menschliche Selbst zu einer bedeutungslosen Abstraktion. Der Aktualismus lehnt jegliche Grenzen des Bewusstseins ab und beharrt auf der absoluten Freiheit des unendlichen Denkprinzips. Unterschiede und Widersprüche entstehen nur innerhalb dieses einheitlichen Aktes.
Natur- und Lebenserfahrung
Der italienische Neoidealist Gentile wendet sich entschieden gegen den Positivismus. Naive Forscher glauben, die äußere Umwelt sei objektiv. Gentile beweist das Gegenteil: Die materielle Welt wird ausschließlich durch unseren Körper erfahren. Das physische Universum ist an den Organismus gebunden. Der Körper fungiert als Mikrokosmos, der den gesamten Makrokosmos widerspiegelt. Erfahrung entsteht nicht durch passive Aufnahme von Signalen. Sie ist eine dynamische Konstruktion, deren Grundlage tiefes Empfinden bildet. Nur indem der Geist sich in der Erfahrung befindet und sie lenkt, erlangt er wahre Verlässlichkeit. Erkenntnistheoretische Zweifel verschwinden im Punkt der Übereinstimmung zwischen Erkennendem und Erkanntem.
Ästhetik und Religion
Das spirituelle Leben ist rhythmisch. Kunst wird als reine Subjektivität, naive und spontane Intuition verstanden. Der Dichter erschafft eine autonome Fantasiewelt, in der er vollkommen frei ist und wie ein Kind spielt. Kunst entzieht sich logischen Beweisen; sie formuliert eine innere Leidenschaft. Religion wirkt anders. In einem mystischen Impuls bekräftigt die Vernunft das absolute Objekt, verleugnet ihre eigene Bedeutung gänzlich und strebt danach, sich in Gott aufzulösen. Die Philosophie vereint diese gegensätzlichen Bestrebungen. Sie verschmilzt ästhetische Wärme mit religiöser Objektivität und bringt so konkretes logisches Wissen hervor.
Der historische Prozess und der ethische Zustand
Geschichte wird von Menschen gestaltet, nicht von blinden Gesetzen der Evolution. In Anlehnung an die Werke Giambattista Vicos zeigt der Autor auf, dass jede historische Epoche erst dann zeitgenössisch wird, wenn der Forscher ihre Konflikte im Bewusstsein wiederbelebt. Die Vergangenheit erscheint nur im Hinblick auf chronologische Vollständigkeit notwendig. In ihrer gegenwärtigen Dimension ist sie stets von Wahlfreiheit geprägt. Der Einzelne überwindet die natürliche Isolation durch soziale Bindungen. Der Bürger verwirklicht den universellen Willen und konkretisiert ihn in Form des Staates. Gentile konzipierte die ideale Gesellschaft als ethische Substanz. Paradoxerweise verschmilzt maximale persönliche Freiheit mit maximaler Macht der Nation.
Wissenschaft und neue Beweise für die Existenz Gottes
Spezialisierte Disziplinen untersuchen isolierte Fragmente der Wirklichkeit. Der Wissenschaftler erfasst abstrakte Fakten und formuliert bestimmte Muster. Philosophische Kritik ist notwendig, um fragmentierte Daten zu systematisieren. Ohne ständige Selbstreflexion verfällt die Wissenschaft in intellektuelle Blindheit. In der Diskussion höherer Substanzen widerlegt der Denker die klassischen ontologischen Argumente von Thomas von Aquin und Anselm von Aosta. Es ist unmöglich, den Schöpfer aus trockenen logischen Schemata abzuleiten. Gott wird als absolute Wahrheit im pulsierenden Akt der Selbsterkenntnis erfasst. Das Göttliche und das Menschliche sind in einem schöpferischen Feuer verwoben, das die materielle Notwendigkeit transzendiert.
Antworten an zweifelnde Kritiker
In den letzten Kapiteln verteidigt Gentile seine Lehre gegen häufige Angriffe. Seine Gegner werfen ihm Solipsismus, blinden Naturalismus und latenten Atheismus vor. Er entgegnet vehement. Der Aktualismus zerstört weder die Vielfalt der Menschen noch die der sozialen Institutionen, sondern entdeckt ihre wahre Einheit im transzendentalen Subjekt. Die Philosophie des reinen Handelns bewahrt eine tiefe Religiosität, da sie ständige moralische Anstrengung fordert. Geistige Ruhe ist eine Illusion. Die Vernunft ist den schweren Qualen der Selbstentwicklung unterworfen. Indem er den transzendentalen Diktator ablehnt, findet der Philosoph Gott im menschlichen Herzen, wo die Wahrheit in jedem Augenblick neu geschaffen wird.
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